Die Tarifverhandlungen für die Sicherheitswirtschaft in Hamburg blieben gestern nach der ersten Verhandlungsrunde ergebnislos. Der Arbeitgeberverband BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft-Ländergruppe Hamburg) blieb in seinem Angebot weit hinter den Forderungen der Gewerkschaft ver.di zurück. Eine Erhöhung um 1,25 € hatte ver.di für 2021 gefordert, damit der Branchenmindestlohn auf 11,80 € steigt. Die etwa 8.500 Beschäftigten in Hamburg sorgen u.a. bei Hochbahn, in Geschäften und öffentlichen Gebäuden für Sicherheit.

Tanja Chawla, Verhandlungsführerin ver.di Hamburg:

„Die Kolleg*innen in dieser Branche müssen täglich vieles leisten und dabei immer einen kühlen Kopf behalten. Gerade die Kolleg*innen, die jetzt während der Pandemie die Umsetzung von Hygienemaßnahmen kontrollieren, sind täglich körperlicher Gewalt und erhöhten Infektionsrisiken ausgesetzt. Home Office geht in dieser Branche nicht. Zusätzlich erwarten Arbeitgeber Fremdsprachenkenntnisse und Deeskalationsfähigkeiten ‚zum Cent-Betrag‘.

Kein Wunder, dass Kolleg*innen enorme Überstunden machen, um sich ein Leben in dieser Stadt leisten zu können. Aber das steigert auch das Unfallrisiko. Hier muss der Arbeitgeberverband Verantwortung übernehmen und dringend nachbessern!

Aktuell liegt der Mindestlohn in der Branche bei 10,55 €. 

Das ist aber weit von Hamburgs Mindestlohn von 12,00 € entfernt und führt direkt in die Altersarmut.“

Der nächste Verhandlungstermin ist am 17. November 2020.

Quelle:

ver.di Hamburg