Endlich etwas Seriosität im Deutschen Bundestag: Die »Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative«, besser bekannt als »Die PARTEI«, ist künftig in der Legislative vertreten. Die vom Satiriker Martin Sonneborn gegründete Partei hatte ihren Coup am Montag in den sozialen Medien verkündet: »Achtung, Durchsage: Morgen um 13 Uhr zieht die PARTEI in den Bundestag ein. Und nicht mal drei Polizisten werden uns stoppen… Schäuble, wir kommen!«

Pressemitteilung der PARTEI vom 16.11.2020
Pressemitteilung der PARTEI vom 16.11.2020

In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es: »Der 17.11. ist PARTEI-Day: 15 Jahre nach ihrer Gründung zieht die PARTEI (über 50.000 Mitglieder? In den Deutschen Bundestag ein – und zwar durch den Übertritt eines MdB. Ein Abgeordneter tritt öffentlich in die PARTEI ein und erhält vor Ort seinen PARTEI-Ausweis.

Deshalb laden wir zur Pressekonferenz vor den Reichstag – mit dem ersten Bundestagsabgeordneten der PARTEI und Martin Sonneborn, MEP. Bild-Redaktion uffjepasst: Spektakuläre Bilder vom Einzug möglich. Zwei Abgeordnete stürmen den Bundestag, begleitet von 25 PARTEI-Freunden in offiziellem grau.« Und in einem Nachsatz wird versprochen: »Unseriöse parlamentarische Opposition hat ab sofort einen (guten) Namen – die PARTEI.«

Tatsächlich wurde das Geheimnis bereits gelüftet. Bei dem Abgeordneten handelt es sich um Marco Bülow, der sich gemeinsam mit Sonneborn dem Videoportal »Jung & Naiv« zum Interview stellte. Bülow gehört dem Bundestag seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Dortmund an. 2018 verließ er die SPD, der er bis dahin angehört hatte, und verblieb als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament. Über Twitter bestätigte er: »Morgen Mittag dann P Day, @MartinSonneborn meets Bülow @DiePARTEI« Und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er: »Ich bin nicht als Satireabgeordneter bekannt, aber es gibt die Parallele, den Finger in die Wunde zu legen und das ganze System zu hinterfragen. Ich werde vielleicht einmal wie Martin einen „Zwinkersmiley“ an eine Erklärung anhängen.«

Quellen: Martin Sonneborn via Twitter, Jung & Naiv via Youtube, Wikipedia, RND / RedGlobe