Meinung von Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums

Deutsche Behörden sind der Meinung, dass die russische Seite bislang nichts unternommen habe, um den Fall Nawalny aufzuklären. Daher sei die Entscheidung der EU, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, richtig gewesen, so der deutsche Außenminister Heiko Maas am Donnerstag. Er sagte: „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten im Zusammenhang mit dem Fall Nawalny viele Nebelkerzen gesehen, die aus Moskau abgeschossen worden sind.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bundesminister von „Nebelkerzen“ spricht. Er brachte sie bereits am 6. September ins Gespräch: „Wenn es ein förmliches Rechtshilfeersuchen geben wird, werden wir alle Zustimmungen erteilen, die notwendig sind, um Informationen in diesem Rechtshilfeersuchen auszutauschen“, sagte Maas. „Insofern ist das (Moskaus Vorwürfe, dass Berlin die Beantwortung der Ersuchen verschleppt) eine weitere Nebelkerze, von denen wir in den letzten Tagen schon einige gesehen haben. Und ich befürchte, es wird in den nächsten Tagen noch andere geben“.

Eine nachdrückliche Wiederholung dieser These durch die deutsche Seite lässt an Sigmund Freud denken. Denn trotz zahlreicher „förmlicher Rechtshilfeersuchen“ aus Russland hat Berlin bislang keine Informationen übermittelt. Das alles sieht unschön aus. Zuerst gepfuscht, greifen unsere Partner auf etwas zurück, was sie aus dem Effeff können.

Die vom westlichen Mainstream in großem Stil kolportieren Geschichten über  „Vergiftungen“ des Ehepaars Nawalny sorgen nachhaltig für Eindruck, es sind gerade die NATO-Funktionäre, die die Operation „Nebelkerze“ zur Vertuschung eines fiktiven Anschlags mit chemischen Waffen benutzen.

Es wird ihnen jedoch nicht gelingen, sich im eigenen Nebel zu verstecken. Wie   auch immer oft Heiko Maas dies versuchen mag, wie auch immer aktiv London und Washington ihn dabei unterstützen, wir werden immer wieder die eine Frage an Berlin stellen: Worum ging´s in den so lautstark proklamierten und so sorgfältig geheimgehaltenen „Untersuchungen“? Zeigen Sie die Formel. Und wenn es in Wirklichkeit nichts gibt, dann geben Sie es auch zu.

Berlin sei ans russische Sprichwort erinnert: Vater schlägt Sohn nicht wegen Spiel, sondern wegen Spielsucht.

Übrigens wurde Herr Skripal nach der nebulösen Geschichte mit dem britischen „Nowitschok“ nie wiedergesehen. Nebelkerzen, die in Salisbury produziert wurden, fand man jedoch bei der Terrormiliz in Syrien wieder.

Quelle: Botschaft der Russischen Föderation in Berlin – Berlins „Nebelkerzen“. Meinung von Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums