Der Nationale Wahlrat (CNE) Venezuelas hat am Montagabend zum zweiten Mal vorläufige Ergebnisse der Parlamentswahl vom Sonntag veröffentlicht. Nach Auszählung von 98,63 Prozent der Stimmen lag die Beteiligung demnach nur bei 30,5 Prozent aller Wahlberechtigten. Mit Abstand stärkste Kraft wurde wie erwartet die regierende Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV), die zusammen mit ihren Bündnispartnern im »Großen Patriotischen Pol« auf knapp 4,3 Millionen Stimmen und 68,43 Prozent kam.

Mit Abstand folgen dahinter zwei Bündnisse der gemäßigt rechten Opposition. Die Allianz aus der sozialdemokratischen »Acción Democrática«, der christsozialen Copei und weiterer Parteien erreichte 1,1 Millionen Stimmen, was 17,52 Prozent entspricht. Ein zweites Rechtsbündnis, das unter dem Namen »Vereintes Venezuela« angetreten war, erreichte 260.000 Stimmen und 4,15 Prozent.

Während die rechten Listen im Wahlkampf viel Zeit auch in den staatlichen Fernsehsendern eingeräumt wurde, blieben die Kommunistische Partei Venezuelas (PCV) und die Revolutionäre Alternative des Volkes (APR) weitgehend ausgegrenzt. So sind die trotz der Zensur erreichten 169.000 Stimmen (2,7 Prozent) ein Achtungserfolg – sie reichen immerhin aus, damit zumindest PCV-Generalsekretär Oscar Figuera in die Nationalversammlung einzieht.

Eine offizielle Analyse des Wahlausgangs haben die venezolanischen Kommunisten noch nicht vorgelegt. Héctor Alejo Rodríguez, der dem Politbüro der PCV angehört, hob auf Facebook jedoch hervor, dass »trotz der Zensur und sehr begrenzter Mittel« die unabhängigen und klassenbewussten Kräfte im neuen Parlament vertreten sind. »Viele werden sagen, dass das wenig ist, aber Claudio Fermín, Leocenis García und die MAS kamen nicht rein, trotz all der Werbung die sie bezahlt haben und die ihnen gewährt wurde. Wie haben die Umzingelung durchbrochen, es fängt erst an!«

Quellen: CNE via Twitter, Héctor Alejo Rodríguez via Facebook / RedGlobe