Opposition 

Tausende beteiligen sich an Aktionstag Zero Covid

In mehr als 30 Städten fand am heutigen Samstag Kundgebungen des ZeroCovid-Bündnisses statt. Unter dem Motto „Drei Wochen bezahlte Pause statt dritter Welle“ versammelten sich nach Veranstalterangaben insgesamt mehrere tausend Menschen. Allein in Berlin finden drei Kundgebungen statt, unter anderem gemeinsam mit Pflegekräften vor der Charité, die seit dieser Woche auf den Notbetrieb umschalten musste. Es gab zudem kreative Aktionsformen wie Fahrraddemonstrationen,
Schilderaktionen oder „Banner-Drops“.

Das ZeroCovid-Bündnis tritt für einen bezahlten Corona-Sonderurlaub für Beschäftigte in allen nicht-notwendigen Wirtschaftsbereichen sowie für Ausgleichsurlaub und Sofortzahlungen für alle weiteren Beschäftigten ein. Durch die bezahlte Arbeitspause sollen Infektionen am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr drastisch reduziert und die dritte Welle gebrochen werden.

„Wir müssen endlich an denInfektionsort Arbeitsplatz ran“, sagt Elisa Aseva zu den Zielen der ZeroCovid-Kampagne. „Ausgangssperren sind ein wenig zielführendes Instrument und noch dazu ein extremer Eingriff ins Privatleben – ein zeitlich begrenzter Shutdown für die Wirtschaft wäre dagegen viel effektiver“, so Aseva weiter.

Gleichzeitig gilt die Forderung nach einem bezahlten Corona-Sonderurlaub auch der Verbesserung der psychischen Lage der Bevölkerung: „Die Menschen sind nach einem Jahr Pandemie und eingeschränktem Privatleben bei gleichzeitiger Überbelastung in ihrem Beruf am Rande der Erschöpfung. Die Leute brauchen eine Pause!“, heißt es dazu in einem Gemeinsamen Aufruf, den neben ZeroCovid auch 15 weitere Organisationen unterschrieben haben, darunter die Grüne Jugend, die Seebrücke Bewegung und der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte.

Eine international ausgerichtete Online-Demo am 10.04. um 19 Uhr bildet den virtuellen Höhepunkt des Aktionstags. Dort werden u.a. Reden von Yaneer Bar-Yam (Initiator EndCoronavirus.org), Prof.
Christian Zeller (#ZeroCovid-Initiator, Universität Salzburg), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin, von Beschäftigten aus Pflege, Kitas und vielen Weiteren zu hören sein. Musikalische Beiträge kommen u. a. von den Musiker:innen Jens Friebe, Andreas Spechtl (Ja, Panik) und Lena Stöhrfaktor.

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