In Peru steht noch immer nicht endgültig fest, wer künftig an der Staatspitze des südamerikanischen Landes stehen wird. Nach wie vor liegen die ultrarechte Diktatorentochter Keiko Fujimori und der von der marxistisch-leninistischen Partei Perú Libre ins Rennen geschickte Pedro Castillo fast gleichauf. Nach Auszählung von 96,43 Prozent der Stimmen scheint nun aber der Linke die Nase vorn zu haben.Nach dem letzten Zwischenstand der peruanischen Wahlbehörde ONPE, den diese in der Nacht zum Dienstag um 2.49 Uhr Ortszeit veröffentlichte, erreichte Castillo 50,288 Prozent der Stimmen und liegt damit knapp 100.000 Stimmen von Fujimori, die auf 49,712 Prozent kam.

Zunächst hatte es nach einem Erfolg für Fujimori ausgesehen. Die Wahlbehörde hatte allerdings von Anfang an darauf hingewiesen, dass die ersten Zwischenstände vor allem die in und nahe der Hauptstadt Lima gelegenen Wahllokale berücksichtigt hatten, während die Ergebnisse aus weiter entfernten Regionen auf dem Land und im Urwald dauerten. Dort jedoch hat Castillo seine wichtigste Basis.

Fujimori kann noch auf die Stimmen aus dem Ausland hoffen. Während in Peru bereits mehr als 99 Prozent der Stimmen ausgezählt sind, ist der Auszählungsstand im Ausland erst bei weniger als einem Drittel. Das liegt daran, dass die Urnen oft erst mit Diplomatenpost nach Peru gebracht und erst dann ausgezählt werden. Aus Ländern wie den USA oder Spanien, wo viele PeruanerInnen leben und wahlberechtigt waren, liegen bisher nur zu kleinen Teilen vor. Nach den ersten Ergebnissen liegt allerdings oft Fujimori vorn. Ob ihr Vorsprung unter den Ausgewanderten allerdings groß genug ist, um das Bild noch zu wenden, erscheint unsicher.

Quelle: ONPE / RedGlobe