„Corona macht noch ungleicher. Schon vor Corona waren Menschen mit Einwanderungsgeschichte in vielen Bereichen wie Bildung, Arbeit und Gesundheit benachteiligt. Corona verschärft die Lage der Menschen.“ Zu diesem Schluss kommt Elizabeth Beloe, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen (BV Nemo), im Interview mit der Tageszeitung „nd.DerTag“ (Mittwochausgabe). Sie fordert deshalb, Migrantenorganisationen stärker in die Aufklärung über die Covid-19-Pandemie einzubeziehen. „Es gibt immer Migrant*innenorganisationen und ehrenamtliche Aktive, die vor Ort arbeiten. Wenn die einbezogen werden, werden auch mehr Menschen erreicht. Sie haben den Zugang zu den Menschen, und man könnte die Informationen ganz gezielt weitergeben.“

Gleichzeitig warnt die Verbandsvertreterin vor wachsendem Rassismus durch die Coronakrise und die Stigmatisierung migrantischer Communities. Während der Coronakrise sei es vermehrt zu rassistischen und diskriminierenden Vorfällen im Alltag gekommen. „Die Pandemie wird rassistisch ausgelegt. Hilft uns das? Erst mal geht es für uns um mehr Aufklärung vor Ort, um den Communities mehr und passgenaue Informationen zu geben. Es geht auch um Begleitung zum Beispiel in Impfzentren und um persönliche Gespräche mit Menschen aus Einwanderungs-Communities. Zielführend ist es nicht, Menschen einfach so zu einem mobilen Impfzentrum hinzulotsen, ohne Informationen.“

 

Quelle: nd.DerTag / nd.DieWoche (ehemals Neues Deutschland) – „nd.DerTag“: Verband fordert stärkere Einbeziehung von Migrantenorganisationen in Covid-19-Aufklärung