Dr. Luis Orlando Olivero ist ein Globetrotter in Sachen Gesundheit, der bereits in Pakistan, Venezuela, Nepal, Bolivien, Haiti (dreimal) und an vielen anderen Orten gearbeitet hat. Jetzt ist er als Koordinator der kubanischen medizinischen Brigade in Haiti erneut mit der Tragödie in dem karibischen Schwesternstaat konfrontiert, nachdem das Erdbeben vom Samstag mehr als 1.300 Tote gefordert hat.

Für ihn ist es wie ein Déjà-vu, da er während des großen Erdbebens von 2010 hier war, um der haitianischen Bevölkerung zu helfen. Während die USA und die sogenannten reichen Länder des Westens noch über konkrete Hilfeleistungen für die Erdbebenopfer in Haiti nachdenken, sind kubanische Mediziner direkt vor Ort.

Dr. Olivero berichtet über den Einsatz in Haiti:

»Der Morgen überraschte uns mit einem Erdbeben, das in ganz Haiti zu spüren war. Die Mitglieder der kubanischen medizinischen Brigade und die übrigen Missionen im Land sind wohlauf.

Die größten Schäden an der Bevölkerung und den Gebäuden werden aus den Departements Nippes, Aquin und L’Asele sowie aus den südlichen Departements Corail, Jeremie und Okay gemeldet.

Alle kubanischen Mitarbeiter der Standorte Aquin und L’Asele im Departement Nippes und Corail, Jeremie im Departement Süd behandeln die Verletzten außerhalb der Krankenhäuser.

Wie üblich wurde die Arbeit von Anfang an den Gegebenheiten angepaßt. In der Hauptstadt wird an der Einrichtung eines Krankenhauses gearbeitet.

In verschiedenen Städten ist es zu größeren Störungen gekommen, und wir arbeiten wie gewohnt zusammen, ohne uns in den Vordergrund zu drängen. Wir sind von Schäden an Häusern und Einrichtungen nicht verschont geblieben, aber unsere Priorität ist die Versorgung der Bevölkerung.

Eine befreundete Journalistin sagte mir, daß wir mutig seien, und ich antwortete ihr, daß wir nicht besser sind als unsere Kollegen, die in der Heimat kämpfen, um COVID besiegen. Wir gehen davon aus, dass wir den Lehren und dem Beispiel eines Mannes folgen, dessen 95. Geburtstag wir am 13. August begingen. Dazu gibt es keine Alternativen. Wir setzen den Kampf fort.«

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Nach dem Beispiel von Fidel