Für viele junge Menschen beginnt in diesen Tagen mit dem Ausbildungsbeginn ein neuer Lebensabschnitt. Betriebe suchen händeringend nach angehenden Fachkräften, so auch bei der Deutschen Post AG, sollte man meinen.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert, dass der Konzern erheblich weniger Auszubildende für die Zustellung auf der sogenannten „letzten Meile“ ausbilden will, obwohl die Belastung in der Brief- und Paketauslieferung enorm hoch sei und im Verlauf der Pandemie unvorstellbare Dimensionen angenommen habe.

Wurden bundesweit im vergangenen Jahr noch rund 970 Auszubildende für die fachgerechte Zustellung von Briefen und Paketen ausgebildet, so starten dieses Jahr nur 570 junge Menschen in die zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (FKEP) bei der Deutschen Post AG. In den norddeutschen Bundesländern fehlen insgesamt rund 60 FKEP-Azubis.

Betriebsräte und Jugend- und Auszubildendenvertretungen haben sich im Frühjahr 2021 für eine Qualitätssteigerung bei diesem dualen Ausbildungsberuf und somit gegen eine beabsichtigte Verschlechterung zu Gunsten der Aufwendungen entschieden. Die Deutsche Post reagierte in ihren jeweiligen Niederlassungen unterschiedlich, im Ergebnis jedoch eindeutig, da gegenüber dem Vorjahr bundesweit rund 400 FKEP-Auszubildende weniger eingestellt wurden

„Die Deutsche Post ist aufgefordert aus der Schmollecke zu kommen und wieder mehr jungen Menschen einen Einstieg in die Arbeitswelt mit Perspektive zu bereiten. Ausbildung gibt es nicht zum Nulltarif“, so der ver.di-Landesfachbereichsleiter Postdienste in Nord/Hamburg Lars-Uwe Rieck.

Die durchaus fragwürdige Personalpolitik der Deutschen Post wird am 12. August 2021 in einer Aktionsversammlung seitens der Gewerkschaftsjugend aufgegriffen.

Quelle: ver.di Hamburg – Wenn der Post-Azubi nicht mehr klingelt