Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung, Burkhard Ruppert, fordert ein hartes Durchgreifen der Politik zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Zu den bislang Ungeimpften erklärte Ruppert der in Berlin erscheinenden Zeitung „nd.DieWoche“: „Wir hätten all diese Probleme nicht, das kann ich Ihnen sagen, wenn wir das im Auge gehabt hätten, wenn das vor allem auch die Politik im Auge gehabt hätte, sich um diese Personengruppe zu kümmern.“

Neben einer verpflichtenden Impfung fordert die Kassenärztliche Vereinigung von der Politik „einen Lockdown für Ungeimpfte und eine Kostenbeteiligung für Ungeimpfte, sofern sie erkranken und aufgrund einer Corona-Infektion in eine Klinik eingeliefert beziehungsweise auf einer Intensivstation behandelt werden müssen“. Die Zeit der Appelle sei zu Ende, so der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, die für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung zuständig ist.

Sollte die Politik nicht unmittelbar handeln, prognostiziert Ruppert eine Katastrophe: „Wir werden in eine Triage-Situation kommen, wie wir sie noch nie in Deutschland erlebt haben nach dem Zweiten Weltkrieg.“ Man werde an den Punkt kommen, an dem man überlegen müsse: Gebe ich das letzte Bett jetzt dem 75-Jährigen, der dreimal oder zweimal geimpft wurde und trotzdem noch mal erkrankt ist, oder gebe ich es dem 25-Jährigen, der sich um nichts weiter gekümmert hat, so Ruppert gegenüber „nd“. Das sei kein Generationskonflikt, das sei ein Konflikt zwischen Geimpften und Ungeimpften sowie zwischen der Solidargemeinschaft und sich nicht solidarisch sich Verhaltenden.

Quelle: nd.DerTag / nd.DieWoche (ehemals Neues Deutschland) – „nd.DieWoche“: Chef der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung sieht „Triage-Situation kommen, wie wir sie noch nie in Deutschland erlebt haben nach dem Zweiten Weltkrieg“