Kaufland nimmt Fahne des Asow-Bataillons aus dem Angebot

Auf den Internetseiten der deutschen Handelskette Kaufland wurden bis zum 2. April rechtsradikale, in Deutschland teilweise verbotene Symbole des ukrainischen Asow-Regiments zum Kauf angeboten. Erst nach kritischen Nachfragen wurde das Angebot aus dem Shop entfernt.

Ukrainische Flaggen sind derzeit gefragt: Viele Deutsche wollen damit ihre Solidarität mit der Ukraine ausdrücken. Wer aber im Online-Marktplatz der Handelskette Kaufland nach einer ukrainischen Fahne sucht, stieß auf ein ganz besonderes Angebot:

Für 14,99 Euro konnte man dort eine große Ukraine-Flagge mit der Symbolik des als nationalistisch und rechtsradikal eingestuften Asow-Regiments erstehen – produziert in China, übrigens. Das aufgedruckte Asow-Wappen beinhaltet gleich zwei dem Neonazismus zugeordnete und zumindest in Deutschland verbotene Elemente: die sogenannte Wolfsangel, bei Rechtsradikalen aller Länder beliebt als Surrogat des Hakenkreuzes, und dahinter die sogenannte „Schwarze Sonne“.

Zur „Schwarzen Sonne“ lässt sich auf Wikipedia Folgendes nachlesen:

„Die Schwarze Sonne ist ein Symbol, das aus zwölf in Ringform gefassten gespiegelten Siegrunen oder drei übereinander gelegten Hakenkreuzen besteht. Vorlage für das Symbol ist ein ähnliches Bodenornament in Gestalt eines Sonnenrades, das in der Zeit des Nationalsozialismus von der SS im Nordturm der Wewelsburg eingelassen wurde. Das Ornament wurde erst 1991 mit dem älteren esoterisch-neonazistischen Konzept der Schwarzen Sonne identifiziert. Die Schwarze Sonne ist seit den 1990er-Jahren ein Ersatz- und Erkennungssymbol in der rechtsesoterischen bis rechtsextremen Szene.“

Zur Wolfsangel heißt es:

Die Wolfsangel wird teilweise von Rechtsextremisten und Neonazis in aller Welt benutzt, beispielsweise als Symbol der Wehrhaftigkeit. So verwendete die 1921 gegründete nationalistische deutsche Jugendorganisation Jungnationaler Bund das Symbol mit ausdrücklichem Bezug auf den Löns-Roman ‚Der Wehrwolf‘ und in den 1930er Jahren trug die von Hermann Bickler gegründete elsässisch-autonomistische Jungmannschaft zu brauner Uniform eine Armbinde mit der Wolfsangel.

Verwendet wurde die Wolfsangel zudem von der 34. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division ‚Landstorm Nederland‘ und von der 2. SS-Panzerdivision ‚Das Reich‘. Auch die 1982 als verfassungsfeindlich verbotene Junge Front (Jugendorganisation der Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands / Partei der Arbeit) benutzte die Wolfsangel als Erkennungszeichen.“

„Asow“ wurde als paramilitärische Einheit im Jahr 2014 auf Basis des militanten rechtsradikalen Flügels der Kiewer Euromaidan-Bewegung aufgestellt.

Der ursprüngliche Kommandeur der Einheit war der Führer der rechtsextremen Sozial-Nationalen Versammlung (Соціал-Національна Асамблея) Andrei Bilezkij, der später für die Partei des damaligen Präsidenten Poroschenko in das ukrainische Parlament einzog. Durch Förderung des Innenministers Arsen Awakow wuchs die zunächst als Bataillon geführte Einheit auf die Stärke eines Regiments erweitert und in die Strukturen des Innenministeriums integriert, hat darin aber eine Sonderstellung.

Die Kämpfer rekrutieren sich weiterhin vorwiegend aus rechtsextremen Kreisen. Die Basis des Regiments ist Mariupol. Dem Regiment wurden in der Zeit bis 2020 zahlreiche Verbrechen gegen Menschen- und Bürgerrechte vorgeworfen, die ungeahndet blieben. Bei der Verteidigung der Stadt Mariupol gegen die Kräfte der Volksrepublik Donezk geht das Regiment ohne Rücksicht auf die Bevölkerung vor. Zeugen bezichtigten Kämpfer des Regiments zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit. So soll ohne militärische Notwendigkeit auf Wohnhäuser geschossen und flüchtende Zivilisten erschossen und mit Gewalt am Verlassen der Stadt gehindert worden sein. Auch wird das Regiment beschuldigt, das Schauspielhaus von Mariupol vermint und im Zuge einer „False Flag“-Aktion gesprengt zu haben.

Die Verwendung der Wolfsangel ist in Deutschland als Symbol verfassungswidriger Organisationen strafbar. Seine Wiedergabe in diesem Artikel erfolgt ausschließlich zu Berichtszwecken.

Im Laufe des 2. April nahm Kaufland das Angebot aus dem Netz, über die Suchfunktion war der Artikel noch zu finden. Ein Klick auf die Fahne führte aber zu einer Fehlerseite.

Das Unternehmen äußerte sich via Twitter zu dem Vorgang:

Quelle: RT DE / RedGlobe