Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Am 11. Juni 2026 trifft die Europäische Zentralbank einen weiteren Zinsentscheid. Dazu ein Statement vom stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Stefan Körzell:
„Eine Zinserhöhung wäre in der gegenwärtigen Situation ein schwerer Fehler und würde die wirtschaftliche Erholung mutwillig noch weiter abwürgen. Dabei brauchen Deutschland und Europa Wachstum und Stabilität dringender denn je.
Es gibt keine ökonomische Rechtfertigung für eine Zinserhöhung, denn die Preise steigen nicht durch eine überhitzte Wirtschaft. Die Nachfrage im Euroraum ist aufgrund des Energiepreisschocks ohnehin gedämpft. Die Europäische Kommission hat Ihre Schätzung zum Wirtschaftswachstum für den Euroraum Ende Mai bereits auf 0,9 Prozent nach unten korrigiert. Die relevanten ökonomischen Eckdaten deuten bislang nicht auf ein Hochschaukeln der Preise hin. Die Lohnentwicklung ist durch die Krisen ohnehin seit Jahren gebremst.
Die aktuell steigenden Preise sind nicht hausgemacht, sondern maßgeblich durch die hohen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Krieges verursacht. Die EZB täte gut daran, mehr Gelassenheit zu signalisieren und die aktuelle Situation als das darzustellen, was sie ist: ein vorübergehender Preissprung, der sich bei einer veränderten geopolitischen Lage auch wieder legt.
Statt schädlicher Zinserhöhungen braucht es zielgenaue Instrumente, die die wahren Ursachen der Preissteigerungen bekämpfen. Wir fordern daher die Stabilisierung der Tankstellenpreise und zielgenaue Energiekostenentlastung für Betriebe. Zudem braucht es eine Übergewinnsteuer, um Mitnahmeverhalten der Mineralölkonzerne – und damit unnötige Preissteigerungen – zu verhindern.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

