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Nächste Runde im Personalkahlschlag in Österreich

Kommunistische Gewerkschaftsinitiative - International

Übernommen von KOMintern:

Die Personalkahlschläge bei ZKW, KTM, Semperit, MAN Steyr, Schaeffler, IMS, Bosch, Lenzing, Swarovski, der Voest in Mürzzuschlag und Kindberg … sind quasi noch druckfrisch, da gibt KTM medial den Abbau weiterer 500 Beschäftigten bekannt, und ZKW – das bereits bis Ende 2024 600 Stellen gestrichen hat -, verkündet mit der Vernichtung weiterer 570 Arbeitsplätze am Standord Wieselburg und 30 zusätzlichen in Wiener Neustadt die nächste Kündigungswelle.

Das Märchen, Lohnzurückhaltung würde Arbeitsplätze sichern

Dabei haben die Industriegewerkschaften doch im Herbst aus dem kapitalverpflichteten ökonomischen Analphabetismus die Mär übernommen, dass Lohnzurückhaltung oder Lohnverzichte Arbeitsplätzesichern würden.Diesbezüglich genügt es indes, nur die Tageszeitungen aufzuschlagen und durchzublättern, die uns ungeachtet „maßvoller“ Lohnabschlüsse, „Lohnzurückhaltungen“ und „Krisenabschlüsse“ quasi Tag für Tag die neuesten Personalkahlschläge vermelden. Soviel zum gewerkschaftlich-„sozialpartnerschaftlichen“ Krisenkorporatismus und seinen Märchen.

Die wahre Melange

So sind denn auch die Energiepreise und die politisch gemachten Sanktions-Gefechte für die Industrie viel entscheidender. Nicht nur, dass die Energiepreise in den zentralen Bereichen der Industrieproduktion Österreich schon seit Langem einen viel gewichtigeren Faktor bilden als die Löhne und Gehälter: Bei den industriellen Flaggschiffen machen diese heute sogar vielfach weniger als 10% der Kosten aus. Die zusammen mit den USA auch von der EU immer stärker geführten Sanktions-Amokläufe, Embargos, Protektionismen, Wirtschaftskriege und weltpolitische Aufspaltung des Globus („De-Coupling“) zur Durchsetzung ihrer Interessen und Verteidigung der globalen Vorherrschaft, erweisen sich mehr und mehr als Bumerang.Nicht zuletzt auf dem Feld der Energiepreise.

Dass sich mit Trumps „America First“-Politik dazu jetzt auch noch eine „Zeitenwende auf Amerikanisch“ gesellt, verschärft die Lage nochmals zusätzlich. Zumal sich Brüssel mit dem neuen transatlantischen Handelsabkommen vom Juli 2025 den US-amerikanischen Diktaten auch noch devot unterworfen und vor Trump kapituliert hat. Und das auf Kosten des industriellen Sektors und bleibend hoher europäischen Energiepreise.

Die Groteske der zuletzt auf US-Druck unternommenen Zwangsunterstellung des chinesischen Chipherstellers Nexperia unter die Kontrolle der niederländischen Regierung und daraus gefolgten Lieferausfälle zeigen nur nochmals exemplarisch das Gewicht und den ökonomischen Amok der herrschenden „Sanktionitis“ auf. Und selbst die später erwirkte Lockerung auf dem Gipfeltreffen Washingtons und Pekings sowie das anschließende Zurückrudern der Niederlande verdeutlichen nur einmal mehr die subalterne Rolle Brüssels und der EU im Kielwasser der US-amerikanischen „Zeitenwende“.

Quelle: KOMintern

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