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Heuchelei in der Rentendebatte: Arbeitgeber leugnen die Realität

Übernommen von DGB Pressemitteilungen:

Anlässlich der Kritik der Arbeitgeber an der Debatte über das Aus der Rente nach 45 Beitragsjahren ein Zitat von Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied:

„Was Tausende von Beschäftigten fassungslos macht, ist nicht das Veto der ostdeutschen Ministerpräsident*innen gegen das Aus der Rente nach 45 Beitragsjahren. Was sie aufbringt, ist die Heuchelei und Realitätsverleugnung der Arbeitgeberverbände. Dabei wissen BDA und Co. ganz genau, dass ihre eigenen Unternehmen im Strukturwandel die Rente für besonders langjährige Versicherte nutzen, um jüngere Beschäftigte zu halten und rentennahen Jahrgängen einen abgesicherten Übergang in die Rente zu ermöglichen. Ohne diese Brücke müssten reihenweise Sozialpläne verhandelt werden, bei denen immer die Jüngeren den Kürzeren ziehen. Realität ist doch, dass der Arbeitsmarkt Beschäftigte jenseits des 55. Lebensjahrs kaum weiter beschäftigen oder neu einsteigen lässt. Die Unternehmen fragen trotz partiellen Fachkräftemangels selten ältere Beschäftigte nach und bilden immer weniger junge Menschen aus. 

Worum es Kampeter und anderen tatsächlich geht: Für eine Kapitalrente, die weder für Erwerbsgeminderte noch für Hinterbliebene eine Leistung vorsieht, die das Rentenniveau weiter auf Sinkflug schickt und sich frühestens in 20 Jahren rechnet, sollen heute Menschen zum Weiterarbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus gezwungen werden, die schon ein halbes Jahrhundert arbeiten. Das macht ehrlich fassungslos, denn gerade die werden von der Kapitalrente nichts haben und zur Belohnung fällt ihre gesetzliche Rente durch das sinkende Niveau auch noch geringer aus.“

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

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