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Honduras aktuell

Zelaya fordert "sozialistischen Liberalismus" | Drucken |  E-Mail
Honduras
Dienstag, den 26. August 2008 um 17:10 Uhr
"Honduras muss sich einem wirklich sozialen Liberalismus anschließen oder, was das selbe ist, einem sozialistischen Liberalismus, damit alle Vorteile des Systems dorthin kommen, wo sie am meisten benötigt werden: bei den Frauen, den Männern, den Kinder, den Bauern, den Produzenten!" Mit diesen Worten hat der Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, während die Zeremonie zum Beitritt seines Landes zur alternativen Gemeinschaft ALBA die Notwendigkeit eines alternativen Modells zur Bekämpfung der Ausgrenzung und der Armut betont.

"Wenn das System, dass Honduras 40 Jahre lang regiert hat, das Problem der Armut, des Elends und der Ausgrenzung von mehr als vier Millionen Honduranern gelöst hätte, würde wir uns nicht nach dem Süden und dem Sozialismus des Südens umschauen. Wir denken, dass Honduras wirkliche Veränderungen zu seiner Entwicklung braucht", betonte Zelaya, der der Liberalen Partei (PLH) angehört, die ebenso wie die deutsche FDP Vollmitglied der Liberalen Internationale (LI) ist. Die Bolivarische Alternative für die Völker Unseres Amerika (ALBA), der Honduras am Montag beigetreten ist, sei "eine Alternative zur Suche nach Lösungen für die Probleme, die die Konservativen und die reaktionärsten Kräfte dieses Landes nicht lösen können, die alles nur zu ihrem eigenen Nutzen wollen und die das honduranische Volk nicht interessiert."

Die Völker Amerikas seinen jahrzehnte- und jahrhundertelang unterdrückt worden und hätten ihre Unabhängigkeit auf den Gebieten der Energie, der Wirtschaft und der Lebensmittelversorgung bis heute nicht erreicht. "Die Völker Amerikas haben alle Art von Angriffen verschiedener Einzelinteressen erlitten, die unsere Nationen solange unterdrückt haben, bis sie sehr hohen Armutsraten unterworfen waren", sagte der honduranische Präsident, der sich bis vor wenigen Monaten nicht gerade als Linker geoutet hatte, auch wenn er bereits in den vergangenen Jahren z.B. an den Feiern zum Jahrestag der Sandinistischen Revolution in Nicaragua 1979 teilnahm. Nun spricht er sich gegen den Neoliberalismus und Privatisierungen aus: "Wer hat behauptet, dass Honduras vorankommt, wenn das Wasser, die Luft und die öffentlichen Dienste privatisiert werden?" Honduras brauche Privatunternehmen, die ihre Gewinne mit den Arbeutern teilen und Werte erzeugen, damit sich Honduras entwickeln könne.

Deutlich sprach sich Zelaya auch gegen die Blockade "der kubanischen Brüder" durch die USA aus und richtete "einen besonderen Gruß an den Präsidenten Raúl Castro und den Comandante en Jefe Fidel Castro". Cuba habe Honduras und seinem Volk immer eine Hand gereicht, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.

Ebenso beglückwünschte Zelaya seinen bolivianischen Amtskollegen Evo Morales zu dessen Sieg beim Referendum, dem sich dieser vor wenigen Wochen unterworfen hatte.

An den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gewandt sagte Zelaya: "Danke, Comandante Hugo Chávez, für die Öffnung eines Raums des Würde für die Lateinamerikaner". Mit Blick auf den Beitritt seines Landes zur Bolivarischen Alternative betonte er: "Das Volk von Honduras muss bei keinem Imperialismus um Erlaubnis dafür bitten, aus einem patriotischen, befreienden, bolivarischen und zentralamerikanistischen Gefühl heraus ALBA zu unterschreiben". Der Kampf Honduras' sei der Kampf, voran zu kommen: "Wenn ihr Angst vor diesem Kampf hattet, liebe Freunde und Gegner, dann habt ihr ihn bereits verloren. Heute unterzeichnen wir ALBA!"

Zugleich kritisierte Zelaya die von den privaten Medien des Landes betriebene Ablehnung des honduranischen ALBA-Beitritts, die er als Desinformationskampagne bezeichnete. "Trotz der Desinformation, trotz der Ängste, die sie uns einflössen wollten, haben wir bewiesen, dass das honduranische Volk mutig, kämpferisch und revolutionär ist", so der Präsident in Tegucigalpa vor mehr als 100.000 Menschen, die den Beitritt des Landes zu ALBA feierten. Begleitet wurde er von den Präsidenten und Vizepräsidenten der übrigen ALBA-Mitgliedsländer Bolivien, Dominica, Nicaragua, Venezuela und Cuba.
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