ver.di-Aktionstag im Luftverkehr: Beschäftigte der Passagier- und Gepäckabfertigung demonstrieren an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am morgigen Freitag (19. Juni) an vielen deutschen Flughäfen und Airline-Standorten zu Protestveranstaltungen auf. Auch an den Flughäfen Düsseldorf (14 Uhr, zwischen Terminal B und C) und Köln/Bonn (11 Uhr, Terminal 2) versammeln sich Beschäftigte der privaten Passagier- und Gepäckabfertigungsfirmen AHS, Aviapartner und Acciona, um die Weigerungshaltung des Arbeitgeberverbandes der Bodenabfertigungsdienstleister (ABL), mit ver.di einen Tarifvertrag zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes abzuschließen, zu kritisieren. „Es ist ein Skandal, dass Beschäftigte der Passagier- und Gepäckabfertigung aufgrund der Krise aktuell mit einem Monatseinkommen auskommen müssen, das teils unterhalb von 700€ liegt. Die Politik und die Arbeitgeber tragen für dieses Elend die Verantwortung und müssen schnell handeln, wenn die systemrelevante Branche Luftverkehr eine Zukunft haben soll“, erklärte Marvin Reschinsky, ver.di Gewerkschaftssekretär für den Luftverkehr in NRW.

Dem Protest schließen sich auch Bodenbeschäftigte der Lufthansa an, nachdem die Airline gestern (17. Juni) die Schließung ihrer NRW-Flughafenstationen Düsseldorf und Köln/Bonn verkündete. Trotz eines milliardenschweren Rettungspakets aus öffentlichen Geldern und eines bereits vereinbarten Sozialplans mit den Betriebsräten, der einen sozialen, örtlichen Arbeitsplatzabbau durch Versetzungen, Altersteilzeit und anderen Maßnahmen vorsah, kündigte die Lufthansa nun einen harten Arbeitsplatzabbau der rund 200 Bodenarbeitsplätze in NRW an, der betriebsbedingte Kündigungen notwendig machen könnte. „Lufthansa möchte auf dem Rücken der Beschäftigten beweisen, dass sie als Konzern die Zustimmung der Aktionäre zum Rettungspaket mit Milliarden von Steuermitteln verdient hat. Rettungsschirme sollen nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Beschäftigten dienen. Die Bundesregierung hat versäumt, das Rettungspaket für den Lufthansa-Konzern an Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit zu knüpfen“, kritisierte Reschinsky.

Auch in München, Frankfurt, Hamburg, Bremen, Stuttgart und Berlin wird es Protestaktionen geben. Zur Teilnahme aufgerufen sind je nach Protestort, unter Berücksichtigung der COVID-19 Auflagen, Bodenbeschäftigte der Luftverkehrsbranche. Die Kritikpunkte sind auch hier die Ablehnung von Arbeitsplatzabbau in der Branche als Reaktion auf die Krise. Kernforderungen der Beschäftigten sind neben der Arbeitsplatzsicherheit und nachhaltigen Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergelds auch der Schutz ihrer tariflichen Standards.

In der Luftverkehrsindustrie arbeiten in Deutschland rund 300.000 Beschäftigte. Rund 240.000 davon befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Nach Einschätzung von ver.di würden einige Unternehmen die Krise schamlos dazu ausnutzen, um soziale und tarifliche Standards weiter absenken zu wollen. Trotz massiver Überlastungen der Beschäftigten und anhaltendem Personalmangel der letzten Jahre, stehe nun Arbeitsplatzabbau im Raum. ver.di fordert für den Neustart der Luftverkehrsindustrie klare Mindeststandards, die es ermöglichen, ohne Absenkung von Tarifstandards und Arbeitsplatzabbau zu gestalten. Hierzu hat ver.di ein Luftverkehrskonzept erarbeitet, dessen Forderungen auch auf den Protestveranstaltungen sichtbar werden.

Quelle:

ver.di NRW