Indien 

Wutausbruch: Indische Arbeiter zerlegen iPhone-Fabrik

In der indischen Stadt Karnataka ist am Samstagmorgen (Ortszeit) die Wut der Arbeiter einer iPhone-Fabrik über wiederholte Gehaltskürzungen explodiert. Medienberichten zufolge drangen rund 2000 Arbeiter in die Fabrikgebäude ein, plünderten und zerstörten Maschinen und Fahrzeuge. Wie „The Indian Express“ schrieb, beteiligten sich praktisch alle Arbeiter der zum taiwanesischen Unternehmen „Wistron“ gehörenden Fabrik an der Revolte, die beim Schichtwechsel ausgebrochen sei.

Offenbar hatte das Unternehmen die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verhängte Quarantäne als Vorwand genutzt, um einseitig die Löhne der Arbeiter zu kürzen. Statt der vereinbarten 21.000 Rupien (ca. 235 Euro) monatlich sollten die Ingenieure nur noch 12.000 Rupien (134 Euro), die weniger qualifizierten Arbeiter gar nur 8000 Rupien (90 Euro) bekommen. Zudem seien Gehälter über Monate zurückgehalten und geleistete Überstunden nicht bezahlt worden, zitierten Behördenvertreter Beschwerden der Arbeiter.


Nach Polizeiangaben sei der gesamte Empfangsbereich der Fabrik zerstört worden. Die hergestellten Telefone seien verschwunden, ein Fahrzeug sei ausgebrannt und zwei weitere beschädigt worden. Das Unternehmen werde den Betrieb für mehrere Tage einstellen müssen. 125 Personen wurden festgenommen. Verwickelt in den Vorfall seien weder Gewerkschaften noch Gewerkschaftsvertreter gewesen, betonte der zuständige Polizeidirektor Seemanth Kumar Singh.
Arbeitervertreter berichteten gegenüber indischen Journalisten über „brutale Ausbeutung“ in der Fabrik. Der Gewerkschafter Satyanand kritisierte in der Zeitung „The Hindu“, dass die Regierung dem Unternehmen erlaubt habe, die grundlegenden Arbeiterrechte zu missachten. Die Rede ist von 12-Stunden-Schichten, die einseitig von der Firmenleitung verordnet wurden.

Quellen: The Indian Express, BBC, The Hindu / RedGlobe

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