Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW begrüßt den Beschluss der gestrigen Konferenz der Ministerpräsident*innen und der Kanzlerin, den Kitabetrieb auf Notbetreuung zu reduzieren. Die heute verkündeten Maßnahmen des Familienministeriums NRW bewertet die Gewerkschaft als unzureichend.

„Wir beobachten die gestiegenen Inzidenzen bei den jüngeren Kindern und die Zunahme der Erkrankungen bei den ohnehin stark belasteten Beschäftigten mit Sorge!“, mahnte Sabine Uhlenkott, Fachbereichsleiterin Gemeinden in NRW. ver.di NRW fordere daher den örtlichen Anforderungen entsprechende transparente Regelungen. „Die Hansestadt Bremen macht es uns mit ihrem Reaktionsstufenplan vor. Ein kluges Konzept mit Regelungen, mit dem schnell und unbürokratisch auf das jeweilige Pandemiegeschehen vor Ort reagiert werden kann.“

Leider ignoriere das Familienministerium die bundesweite Empfehlung, Kitas bis einschließlich 31. Januar zu schließen und Notbetreuungen einzurichten. Abhilfe soll stattdessen der bereits etablierte eingeschränkte Regelbetrieb schaffen. Die Betreuungszeiten werden um 10 Stunden gekürzt und die Gruppen fest eingeteilt. „Diese Maßnahmen schützen bei Infektionsfällen weder vor Teil- noch vor Komplettschließungen. Zusätzlich werden sie den eklatanten Personalmangel nicht reduzieren, der den Druck auf die Beschäftigten zusätzlich erhöht“, befürchtet Uhlenkott.

„Stattdessen erwarten Kitas nach den Ferien volle Gruppen. Wegen der hohen Infektionszahlen machen sich die Beschäftigten große Sorgen um ihre Gesundheit. Einzig der freiwillige Zugang zu kostenlosen Tests alle zwei Wochen lässt viele aufatmen. Eine Zusage des Ministers zur freiwilligen Impfpriorität für Kita-Beschäftigte hätte aber noch stärker zur Entspannung beigetragen.“

Schon den Vorweihnachts-Appell des Ministers an die Eltern kritisierte ver.di NRW, da die Politik damit die Entscheidung, wer Kitas besuchen darf, auf Eltern und Kitaleitungen abwälze, so die Gewerkschafterin. Die Wiederauflage des Appells, vor dem Hintergrund der Verschärfungen, erstaune umso mehr.

 

Quelle: ver.di NRW – ver.di NRW fordert Anpassung des Kitabetriebs gemäß des Infektionsgeschehens und warnt vor Personalüberlastung