Seit heute Nacht 02:00 Uhr (02. Februar 2021) sind Beschäftigte der HHLA – Tochter SCA/SCB nach dem Aufruf von ver.di Hamburg in den Warnstreik getreten. Bis zum 04. Februar 2021 um 23:45 Uhr wird der Warnstreik voraussichtlich andauern.

Hintergrund: Am 28. Januar wurden Tarifgespräche um eine Angleichung der Arbeitsbedingungen an die Tarife der HHLA ergebnislos beendet. Am 25. und 26. Januar gab es einen ersten Warnstreiktag. Kern der Forderungen von ver.di ist die Ausnahme des Wochenendes von der Regelarbeitszeit und die damit erforderliche Einstufung von Wochenendarbeit als nicht verpflichtend. Etwa 360 Beschäftigte halten die Großgeräte auf den Hafenanlagen instand und sorgen damit für die Sicherheit und Kontinuität der Arbeitsabläufe.

Die Tarifforderung hat für die HHLA über den Einzelbetrieb hinaus Bedeutung. ver.di hat mit den bestreikten Betrieben eine Notfall-vereinbarung abgeschlossen, um in Notfällen (wie etwa einem Brand im Automatiklager und Ausfall der Fernsteuerung) erforderliche Kräne und anderes Gerät zur Abwehr von Personenschäden bedienen zu können.

„Nach dem erfolgreichen Warnstreik der Handwerker im Januar hat sich die HHLA in den Verhandlungen nur unzureichend bewegt. Die Kollegen wollen aber eine planbare Freizeit, um auch Zeit für ihre Familien zu haben“, begründet Stephan Gastmeier, Gewerkschafts-sekretär im Fachbereich Verkehr bei ver.di Hamburg, den Warnstreik inhaltlich.

„Die HHLA hat anscheinend versucht, Beschäftigte der bestreikten Betriebe in Einzelgesprächen unter Druck zu setzen, ihnen mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht. Wir fordern die HHLA auf, dies sofort zu unterlassen, Streikrecht ist ein Grundrecht!“, so Stephan Gastmeier weiter.

„Die HHLA ist sich anscheinend nicht zu schade, ihrem Führungspersonal Corona-Boni zu zahlen, während sie eine familienfreundliche Tarifangleichung als zu teuer ablehnt. Das ist unsozial! Die Strategie der HHLA–Vorstandsvorsitzenden Angela Titzrath, mit Automatisierung, Arbeitsplatzabbau und Verbilligung der Arbeitskraft im Wettbewerb mit Rotterdam und Antwerpen punkten zu wollen, ist keine Antwort auf die Forderungen. So bleibt den Beschäftigten nur, den Streik zu verlängern. ver.di hat den dafür nötigen langen Atem“, sagt Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

Quelle: ver.di Hamburg – Warnstreik bei HHLA – Tochter