Am Donnerstag (17. Juni) setzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW die Streiks in der laufenden Tarifrunde ganztägig fort. Über 20 Betriebe des Groß- und Außenhandels NRW sind zu einer Demonstration durch die Bochumer Innenstadt und einer Kundgebung auf dem Dr.-Ruer-Platz aufgerufen.

„Der Groß- und Außenhandel ist der heimliche Riese der deutschen Wirtschaft!“, betonte Verhandlungsführerin Silke Zimmer im Vorfeld der kommenden Warnstreiks. Im Jahr 2020 konnte der Groß- und Außenhandel trotz Pandemie mehr als 1,3 Billionen Euro umsetzen. „Die Beschäftigten haben im Hintergrund die Versorgung der Bevölkerung und der Gewerbetreibenden garantiert. Die Regale waren voll, Apotheken waren mit Medikamenten versorgt und Impfstoffe wurden geliefert.“ Diese Leistung müssten nicht nur gesehen, sondern auch entsprechend vergütet werden.

Für 2021 sieht das Arbeitgeberangebot keine tabellenwirksame Entgelterhöhung vor. Für Beschäftigte, die für Unternehmen arbeiten, denen es wirtschaftlich gut geht, ist eine Einmalzahlung von 150 Euro im Juli 2021 vorgesehen. Im Januar 2022 sollen alle Beschäftigten 150 Euro Einmalzahlung (Corona-Prämie) erhalten. Erst ab Juli 2022 soll eine prozentuale Erhöhung von 1,5 Prozent vereinbart werden. Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate, bis spätestens 1. Januar 2023, aufschieben.

„Das Angebot ist eine Unverschämtheit und bleibt weit hinter der aktuellen Preissteigerungsrate zurück. Für die Beschäftigten bedeutet dieses Angebot Reallohnverzicht. Einmalzahlungen sind dabei keine Lösung. Die Beschäftigten fragen sich zurecht, wie sie davon steigende Preise für Mieten oder Lebensmittel bezahlen sollen. Deshalb werden wir weiter Druck machen und den Arbeitgebern so verdeutlichen, dass die Menschen im Großhandel einen fairen Tarifabschluss verdient haben!“, so Zimmer.

ver.di fordert für die rund 336.000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel NRW 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Gehalt, Lohn und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten, sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge

Die Verhandlungen im Groß- und Außenhandel NRW werden am 28. Juni fortgesetzt.

Quelle: ver.di NRW – Streiks im Groß- und Außenhandel NRW werden ausgeweitet: Demonstration mit Kundgebung in Bochumer Innenstadt