Am Sonntag nahmen an die 30.000 Menschen am Lichtermeer in Wien teil. Ziel dieser Veranstaltung, die rund um den Ring ging, war es, der mittlerweile mehr als 13.000 Menschen zu gedenken, die mit oder an dem Corona-Virus verstorben sind.

Die Veranstaltung fand breiteste Unterstützung in der Politiker-Kaste – so breit, dass auch die Verantwortlichen für viele dieser Toten Platz fanden. Die Regierung aus ÖVP und Grünen, die seit zwei Jahren in der Pandemiebekämpfung dahinstolpert, und – besonders unter dem früheren Bundeskanzler Sebastian Kurz, aber auch unter seinen Nachfolgern – Maßnahmen meist zu spät, inkonsequent und teils so verwirrend setzte, dass die Regeln niemand mehr verstand, erfrechte sich, sich direkt und indirekt auf die Veranstaltung draufzusetzen. Ganz zu schweigen von den schwer fahrlässigen Aussagen von Bundeskanzler Kurz im Sommer und Frühherbst, dass die Pandemie für Geimpfte vorbei sei.

Auch die Grünen trifft dabei ein gerüttelt Maß an Schuld, waren sie es doch, die in den letzten zwei Jahren für das Gesundheitsressort verantwortlich waren. Minister Rudolf Anschober und sein Nachfolger Wolfgang Mückstein hätten auch ohne Zustimmung der ÖVP Verordnungen erlassen und so ihre Verantwortung wahrnehmen können bzw. müssen.

Vollkommen ins Absurde versuchten Neonazis die Veranstaltung zu drehen. So machte sich auch der Bandenchef der Identitären, ein gewisser Herr Sellner, mit einem Video wichtig, das er irgendwo in Wien aufgenommen hat.

Es war zehntausenden Menschen wichtig, ein stilles Zeichen der Trauer um die bisherigen Toten dieser Pandemie zu setzen. Das ist gut und wichtig. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Staatsversagen in der Pandemiebekämpfung ersetzt es aber nicht.

Quelle: Zeitung der Arbeit – 30.000 Menschen gedenken der Corona-Toten