Von Boris Litwinow, Erster Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei der Donezker Volksrepublik

Die aktive Phase der Kampfhandlungen, die sich zielstrebig seit Ende Februar entwickelt, stellt den Kommunisten der DVR immer neue und neue Aufgaben. Unter den wichtigsten Aufgaben sind die allseitige Hilfeleistung und Unterstützung der Soldaten der Volksmiliz unserer Republik, Treffen mit Einwohnern in den gerade befreiten Bezirken und deren Aufklärung über die derzeitigen Ereignisse. Acht Jahre befanden sie sich praktisch unter Besatzung der faschistischen ukrainischen Regierung. Diese Reise ging in den Wolodarskij-Bezirk, der 120km südwestlich von Donezk liegt, dorthin, wo sich die Operation zur Befreiung von Mariupol dem Ende nähert und sich die Streitkräfte der Volksmiliz der DVR gemeinsam mit ihren russischen Brüdern den wirklichen Grenzen der vor kurzem von Russland anerkannten souveränen Republik nähern.

Diese Reise traten wir zu zweit an – ich und der Erste Sekretär des Makejewkaer Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der DVR, Sergej Jurtajew.

Nachdem wir über unbedeutende Landstraßen des Asowgebiets gefahren waren, fanden wir das kleine Dorf und in diesem eine Militäreinheit, in der einige Mitglieder unserer Partei und aktive Mitglieder der Volkspatriotischen Union des Donbass ihre Befreiungsmission durchführen. Die Kommandeure des Truppenteils hatten sich über unsere Parteiaktivisten an das ZK der KP der DVR mit der Bitte gewandt, Hilfe zu leisten. Mit aktiver Unterstützung der Abgeordneten des Volkssowjets der DVR Marija Pirogowa gelang es, die gewünschten humanitären Güter zu sammeln. 700 Paar Herrensocken, Baumwolldecken, Kisten mit Päckchen mit löslichem Kaffee und Tee, Sets mit verschiedenen Erkältungsmedikamenten, hunderte von Zigarettenpackungen und andere an der Front benötigte Produkte wurden an ihren Bestimmungsort geliefert.

Im Stab des Truppenteils baten die Soldaten und Kommandeur darum, dass wir ausführlich über die letzten Ereignisse in der Hauptstadt der Republik, über die Lage an den Fronten und über die Ereignisse in der Welt berichten. Es stellt sich heraus, dass es in dem Dorf keinen Strom gibt, kein Fernsehen kein Internet, das Radio nicht funktioniert. Die Soldaten leiden unter Hunger nach Informationen. Sie baten darum, sich an die Armeeführung mit der Bitte zu wenden, die Herausgabe einer Armeezeitung zu organisieren, aus der man Nachrichten erfahren kann, sich über die Erfahrungen anderer Einheiten, über die wichtigsten Entscheidungen der Regierung, über die Tagen der Freunde und über die Perspektiven des friedlichen Aufbaus der Heimat informieren kann. Besonders stark empfinden die Soldaten und Kommandeure das Fehlen von der Arbeit von Kommissaren oder Politoffizieren.

Nachdem wir mit den Anwesenden alle sie interessierenden Themen diskutiert hatten, machten wir uns mit dem Leben des Truppenteils bekannt. Mit nicht zu verbergendem Stolz teilten die Soldaten mit, dass sich die Materialbasis des Truppenteils in den letzten zwei Wochen durch vier erbeutete KAMAS-Lastwagen und einen Schützenpanzer verstärkt hat. Die Donezker Fachleute beseitigen kleinere Schäden, malten die berühmten „Z“-Symbole auf die Geräte und jetzt werden die Fahrzeuge schon für „Unseren Sieg!“ eingesetzt.

Eine Essensausgabe wurde neben dem Stab organisiert, das Wasser kommt aus einem Brunnen, es ist gut, die Lebensmittel reichen. Nur das Brot kommt von weither und nicht jeden Tag, deshalb wird es hart. Aber die Köche kennen Rezepte, wie dieses Brot aufgefrischt werden kann. Nachdem wir mit den Soldaten die alltäglichen Bedingungen diskutiert hatten, machten wir Fotos zum Andenken. Die Soldaten versprachen, die ihnen übergebene Fahne des Sieges an der Grenze der Donezker Volksrepublik anzubringen. Alle sollen sehen, womit die Heimat beginnt – mit der Roten Fahne des Sieges, die durch den Ruhm unserer Großväter geschmückt ist. Wir werden ihre Sache mit Ehre fortsetzen.

Weiter ging der Weg in das kleine Bezirkszentrum Wolodarskoje. Die ukrainische Regierung hat es vor sechs Jahren in Nikolskoje umbenannt, aber jetzt, zwei Wochen nach der Befreiung, sprechen die Einwohner wieder selbstbewusst den Namen der Ortschaft aus – Wolodarskoje.

Im Auftrag des Abgeordneten der Staatsduma der Russischen Föderation, des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der SKP-KPSS Kasbek Kuzukowitsch Tajsajew machten wir in der Ortschaft nahe Verwandte von Oleg Chorshan, eines Politikers der Transnistrischen Moldauischen Republik, des Vorsitzenden der Transnistrischen Kommunistischen Partei ausfindig: einen Onkel, eine Tante, eine Cousine und einen Neffen. Oleg Olegowitsch Chorshan ist derzeit aufgrund seiner politischen Aktivität wegen einer erdachten und falschen Beschuldigung im Gefängnis. Aber obwohl er im Gefängnis ist, setzt er seinen politischen Kampf fort und unterstützt das Volk des Donbass, das seine Freiheit gegen die faschistische ukrainische Regierung verteidigt.

Im Haus der Verwandten Oleg Chorshans fand ein langes herzliches Gespräch über die Ereignisse im Donbass, in der Ukraine und in Transnistrien statt. Die Einwohner der Ortschaft, die sich acht Jahre lang im Informationsraum der ukrainischen Propaganda befanden und im letzten Monat keine Strom und keine Kommunikationsverbindungen hatte, also keine Informationen bekamen, müssen das Wesentliche des Geschehens aus Berichten und Erklärungen kompetenter Menschen erfahren, die das Bezirkszentrum besuchen. Aber schon sehr bald wird das Informationsvakuum gefüllt werden. In der Ortschaft gibt es bereits Strom, die ukrainische Propaganda hat ihren Sendebetrieb eingestellt, es werden republikanische Massenmedien in Betrieb genommen. Eine Abteilung der Donezker Polizei und eine Post wurden eingerichtet, die Rentner haben zum ersten Mal Rentenzahlungen in russischen Rubeln erhalten. Nach der Wiederaufnahme der Arbeit des Rentenfonds werden die Renten von ukrainischen Griwna in die russische Währung umgerechnet werden. Das Leben wir bald in sein normales Gleis kommen, aber dann endgültig als Teil der Donezker Volksrepublik.

Die Familie der Verwandten des Genossen erhielt Lebensmittelpakete, die am Vortag von einer Delegation von Abgeordneten der KPRF-Fraktion unter Leitung von K.K. Tajsajew gebracht worden waren. Und vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der DVR wurde eine beträchtliche Menge von Medikamenten, die für ältere Menschen notwendig sind, übergeben. Den Vorschlag, ihnen zu helfen, für den Zeitraum der Wiederherstellung der Staatsmacht die Kampfzone zu verlassen, lehnten die Verwandten Oleg Chorshans ab. Die Tante, Nelja Jegenjewna, eine Ärztin mit 40 Jahren Berufserfahrung, ist zwar im Ruhestand, hilft aber mit ihren Ratschlägen medizinischen Beschäftigten und Einwohnern der Ortschaft. Und die Schwester, Walentina, eine Russischlehrerin, hat acht Jahre lang gegen die ukrainische Regierung um das Recht der Kinder, die Sprache Puschkins, Lermontows, Majakowskijs und Lenins zu kennen, gekämpft. Und jetzt, unter der neuen Regierung, wird sie mit großem Enthusiasmus weiter ihren Lehrerberuf ausüben. Alles in allem, unsere Menschen.

Am Ende des Tages waren wir im provisorischen Unterkunftszentrum für Personen, die aus Mariupol evakuiert wurden. Mehr als 500 Menschen durchlaufen die Registrierung. Viele aus Mariupol gekommene Menschen haben verschieden schwere Verletzungen. Am häufigsten und schlimmsten sind Verletzungen aufgrund von zerschlagenen Fensterscheiben bei der Detonation von Geschossen. Flüchtlinge mit Verletzungen werden sofort in das Bezirkskrankenhaus geschickt. Im Bezirkskrankenhaus ist es voll mit Menschen. Dort sind sowohl kranke Zivilisten als auch Evakuierte und verletzte Soldaten. Nach Informationen des wenigen medizinischen Personals müssen an einem Tag mehr als 100 Menschen dringende Hilfe erhalten und operiert werden. Dem Krankenhaus übergab ich Lebensmittelpakete von der KPRF. Aber wie der leitende Arzt des Bezirkskrankenhauses sagte, besteht heute das größte Defizit beim Nahtmaterial. Er bat darum, mit solchem Material in beliebigen Mengen zu helfen. Wunden müssen mit qualitativ hochwertigem Material genäht werden.

Der Heimweg verlief bereits im Dunkeln, bei starken Windböen mit ergiebigem Schneefall. Auf den Straßen sind fast keine Autos. Und nur ehemalige ukrainische zerstörte und defekte „Ural“-Lastwagen, Selbstfahrlafetten, Panzer und Panzerfahrzeuge warten an den Straßenrändern darauf, in die Hände Donezker Fachleute zu kommen. Sie werden an ihnen herumschrauben, sie flicken, reparieren und die Technik wird wieder einer gerechten Sache dienen – der Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine. Und einfacher ausgedrückt, der Stärkung der Donezker und der Lugansker Volksrepublik, der Befreiung der Welt vom Geschwür des Nazismus.

Quelle: wpered.su