Übernommen von DGB Pressemitteilungen:
Zu den heute von destatis vorgelegten Zahlen zur Erwerbstätigkeit von Müttern ein Statement von Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:
„Die Zahlen sind ein Armutszeugnis für die Frauenpolitik in Deutschland. An der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern hat sich seit 10 Jahren praktisch nichts geändert – mit verhängnisvollen Folgen für die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen bis ins Rentenalter. Das liegt vor allem an den Rahmenbedingungen, die der Staat setzt.
Wir brauchen endlich wirksame Anreize für die partnerschaftliche Aufteilung der Elternzeit – etwa durch mehr nicht übertragbare Partnermonate und die Dynamisierung des Elterngelds. Gleichzeitig muss der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung in der Realität bedarfsgerecht und verlässlich eingelöst werden. Wo Kitaplätze fehlen und Arbeitszeiten nicht zum Leben passen, zahlen vor allem die Mütter die Rechnung – mit unterbrochenen Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit und am Ende mit Altersarmut. Gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist kein Frauenthema, sondern eine Frage politischer Vernunft, vor allem wenn Fachkräfte fehlen und die Bevölkerung älter wird. Unverzichtbar sind massive Investitionen in die Kinderbetreuung und eine Arbeitszeitpolitik, die beiden Elternteilen ermöglicht, Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich zu teilen.“
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund

