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PM: DFG-VK Baden-Württemberg kritisiert Bundeswehr-Feriencamps für Kinder und Jugendliche scharf

Übernommen von Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen:

Pressemitteilung

Mannheim/Stuttgart, 12. Mai 2026

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Baden-Württemberg kritisiert die zunehmende Militarisierung von Freizeit- und Ferienangeboten für Kinder und Jugendliche durch die Bundeswehr scharf. Anlass ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Partei Die Linke „Ferien-, Kennenlern-, IT- und Abenteuercamps für Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche bei der Bundeswehr“ (Bundestagsdrucksache 21/5414 vom 16. April 2026).

„Die Antworten zeigen erschreckend deutlich, wie massiv die Bundeswehr ihre Nachwuchswerbung inzwischen intensiviert – selbst im Freizeit- und Ferienbereich“, erklärt Jonas Fehrenbach, Geschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg. „Es geht ausdrücklich nicht um neutrale Jugendbildung oder Ferienbetreuung, sondern um Rekrutierung und Nachwuchsgewinnung.“

Besonders problematisch sei dabei der gezielte Erlebnis- und Abenteuercharakter der Angebote. Die Camps würden mit emotional aufgeladenen Erfahrungen, militärischer Technik und gruppendynamischen Erlebnissen arbeiten und sich damit quasi durchs Hintertürchen bei Kindern und Jugendlichen positiv verankern.

„Wenn Jugendliche durch Abenteuerinszenierungen, emotionale Bindung und militärische Erlebniswelten beeinflusst werden, dann ist das keine neutrale Information mehr, sondern gezielte emotionale Beeinflussung“, so Fehrenbach weiter. „Das widerspricht dem Geist des Beutelsbacher Konsenses, der emotionale Überwältigung und einseitige Beeinflussung in Bildungs- und Jugendarbeit ausdrücklich ablehnt.“

Mit besonderer Sorge bewertet die DFG-VK Baden-Württemberg außerdem, dass laut Bundesregierung für beteiligte Soldatinnen und Soldaten keinerlei pädagogische Qualifikation vorgeschrieben ist. Ebenso fehlen offenbar verbindliche Strukturen der Jugendhilfe oder unabhängige Schutzkonzepte.

„Dass Soldatinnen und Soldaten ohne pädagogische Ausbildung mit Minderjährigen arbeiten und gleichzeitig keine unabhängigen Jugendhilfestrukturen eingebunden werden, ist aus Sicht des Kinder- und Jugendschutzes hochproblematisch“, erklärt Fehrenbach. „Gerade vor dem Hintergrund immer wieder bekannt werdender Fälle sexualisierter Gewalt, sexistischer Diskriminierung und rassistischer Vorfälle innerhalb der Bundeswehr ist diese Verantwortungslosigkeit nicht hinnehmbar.“

Besonders kritisiert die DFG-VK Baden-Württemberg auch Ferienangebote für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wie das der Stadt Kellmünz, die zwar formal nicht direkt von der Bundeswehr veranstaltet, jedoch von ihr unterstützt werden. Dort kämen Soldaten, Militärfahrzeuge, Armeemusik und militärisches Gerät zum Einsatz.

„Auch wenn die Bundeswehr hier nicht offizieller Veranstalter ist, beteiligt sie sich innerhalb solcher Freizeiten aktiv an der emotionalen Militarisierung von Kindern“, so Fehrenbach. „Es kann nicht im Sinne von Eltern, Jugendschutz und Erziehungsauftrag sein, dass Grundschulkinder an militärische Strukturen und Symbolik herangeführt werden.“

Die DFG-VK Baden-Württemberg fordert deshalb, sämtliche Kooperationen der Bundeswehr mit Ferienfreizeiten und Jugendcamps zu beenden und keine militärischen Werbeveranstaltungen gegenüber Minderjährigen mehr durchzuführen.

Pressemitteilung vom 12. Mai 2026

Bei Fragen nehmen Sie bitte jederzeit Kontakt zu uns auf:

onas Fehrenbach
Geschäftsführer
DFG-VK Baden-Württemberg

Mail: Ba-wue@dfg-vk.de

Quelle: Deutsche-Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

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