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WHO: Hantavirus-Ausbruch unter Kontrolle – aber keine Entwarnung

Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

Übernommen von Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek:

Madrid – Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff geht die Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile von insgesamt elf Infektionsfällen aus. Neun Menschen seien positiv auf das Virus getestet worden – darunter ein Spanier, der sich in einem Militärkrankenhaus in Madrid in Quarantäne befinde.

Ihr Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem spanischen Premier Pedro Sánchez am Dienstag erneut, die Gefahr einer größeren internationalen Ausbreitung sei gering. Es sei jedoch möglich, daß in den kommenden Wochen weitere Fälle entdeckt würden. »Unsere Arbeit ist noch nicht vorbei«, sagte der WHO-Generaldirektor.

Seine Organisation empfiehlt eine strenge Überwachung der Menschen bis zum 21. Juni. In Deutschland befindet sich unter anderem ein Kreuzfahrtpassagier aus dem Großraum Berlin in häuslicher Isolation, auch für eine Person aus Sachsen haben die Gesundheitsbehörden sechs Wochen häusliche Quarantäne angeordnet.

Von den am Montag nach Deutschland gebrachten vier Passagieren des Kreuzfahrtschiffs zeigte zunächst keiner Symptome. »Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht«, kündigte das deutsche Gesundheitsministerium an. Eine weitere Person aus Niedersachsen befindet sich laut Landesgesundheitsamt außerhalb Deutschlands und steht dort unter Behördenaufsicht. Sie habe sich aber offenbar nicht angesteckt.

Premier Sánchez bedankte sich bei den rund 400 spanischen Fachkräften für ihren Einsatz. Das EU-Land habe seine Verpflichtungen gegenüber den eigenen Bürgern, aber auch gegenüber dem Rest der Welt erfüllt. Man wisse, daß »globale Herausforderungen wie Gesundheitskrisen keine Grenzen kennen« und internationale Zusammenarbeit sowie starke und gutausgestattete Organisationen wie die WHO erforderten, betonte der Sozialdemokrat.

Am Sonntag hatte das Kreuzfahrtschiff »Hondius« den Hafen von Granadilla im Süden der spanischen Atlantikinsel Teneriffa erreicht. Mit Sonderflügen wurden Menschen vom Schiff unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Länder zurückgebracht. Am Montagabend wurde die Evakuierung abgeschlossen. Dann setzte die »Hondius« ihre Fahrt mit einer Restmannschaft in Richtung Niederlande fort.

Die WHO vermutet, daß die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Südamerika angesteckt haben könnte. Bisher gibt es drei Tote: das niederländische Paar und eine Passagierin aus Deutschland. Insgesamt waren nach WHO-Angaben fast 150 Menschen aus 23 Ländern auf dem Kreuzfahrtschiff.

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek

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