Krasser Schulstress, kaum Freizeit und viel zu viele Hausaufgaben. Das ist für uns SchülerInnen in diesem Schulsystem Alltag. Vor Allem in Zeiten der (Wirtschafts-)Krise wird immer mehr SchülerInnen eins klar: Dieses Schulsystem richtet sich nicht nach unseren Interessen. Denn wie in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens setzt sich auch hier die kapitalistische Logik durch. So macht der Drang nach Profiten, der Grundsatz dieses Systems, nicht einmal vor unserer Schulmensa halt. Denn auch hier müssen ausreichend Gewinne eingebracht werden.

In einem Land, in dem jedes fünfte Kind in Armut aufwächst, wird das schnell zum Problem. Während für Kinder und Jugendliche aus Familien, die Hartz IV beziehen gerade einmal 3,40 Euro pro Tag für Essen eingerechnet ist, kostet die durchschnittliche Mahlzeit in der Schule 2,60 Euro. Da bleibt nicht mehr viel für Frühstück, Abendessen und vielleicht einen Snack für zwischendurch übrig. Noch heftiger wird das, wenn man bedenkt, dass man laut einem Bericht des Verbands der Kinder- und Jugendärzte von 2011 davon ausgehen kann, dass „[…]etwa 500.000 Kinder in Deutschland regelmäßig nicht ausreichend ernährt werden und immer wieder Hunger leiden“.

Hunger in der Schule

Man kann sogar davon ausgehen, dass sich Kinder und Jugendliche auf Ganztagsschulen oder in Ganztagsklassen sogar vom Mittagessen abmelden müssen, einfach weil es zu teuer ist. Obwohl Familien eine Ganztagsbetreuung der Kinder bräuchten kann der Preis das letztendlich unmöglich machen. Dabei sollte das Essen in der Schulmensa vor allem für Kinder einkommensschwacher Familien die Aufgabe haben die Ernährung im Allgemeinen gesünder und ausgewogener zu machen. Kinder, die in Armut aufwachsen, sind nicht ohne Grund häufiger von Übergewicht und anderen Essstörungen betroffen. Ist ja auch klar, wenn, dem Deutschen Kinderhilfswerk zufolge, der Tagessatz der „Sozial“leistungen, die für das Essen bestimmt sind, nicht einmal reichen würde, wenn man alle Lebensmittel ausschließlich beim Billig-Discounter einkaufen würde. Die geschlossenen Mensen in den Schulen während Corona waren vor allem deswegen so scheiße.

In der von Corona verstärkten Wirtschaftskrise werden ja ziemlich viele Probleme noch krasser und die Widersprüche des kapitalistischen Wahnsinns offensichtlicher. Das haben die zyklischen Krisen dieses Systems so an sich. Was heißt das für uns SchülerInnen aktuell?

Ohne Kampf kein Mampf

Das heißt, dass noch weniger von uns sich das Essen in der Schule leisten können, weil immer mehr Familien von Kurzarbeit und Jobverlust- also von Armut bedroht sind. Während der Staat gerade Milliarden an Großkonzerne verschenkt, wurde uns die letzten Jahre immer erzählt, es sei kein Geld da. Jetzt zeigt sich, dass es locker möglich wäre das Mittagessen für alle kostenlos zu machen. Von den Milliarden könnte man auch die Qualität der Lebensmittel krass verbessern. Dafür und dafür, dass der ganze andere Scheiß, den wir aktuell in den Schulen durchmachen aufhört, müssen zusammen kämpfen!

Adrian, München

Quelle: SDAJ – Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend – Mensa in der Krise