Am Donnerstag stellte die Plattform JIF (»Journée Internationale des Femmes« die politischen Forderungen und Aktivitäten im Rahmen des »Frauenstreik« 2021 am kommenden 8. März vor.

Seit dem ersten »Frauenstreik« im vergangenen Jahr, bei welchem die Arbeitsbedingungen der Frauen in essentiellen Berufen, wie etwa der Pflege bereits im Mittelpunkt der Forderungen standen, habe sich nicht viel in Sachen Gleichberechtigung getan, konstatierten die Wortführer der Plattform. Vieles habe sich im Gegenteil im Laufe der Corona-Krise sogar noch verschlimmert.

Am kommenden 8. März nun soll nun, unter Pandemie-Bedingungen mit entsprechendem Hygienekonzept, die zweite Auflage der Veranstaltung stattfinden, begleitet von einer Online-Variante für vulnerable Menschen und ihre Kontaktpersonen.

Im Forderungskatalog der Organisatorinnen stehen auch in diesem Jahr wieder die Arbeitsbedingungen. Es sei oftmals ein täglicher Drahtseilakt, die Lohnarbeit einer 40-Stundenwoche und Arbeit in der Familie unter einen Hut zu bringen. Oftmals gelten die 40 Stunden ohnehin nur auf dem Papier, so die Sprecherinnen der Plattform. In Bereichen, wie Gastronomie oder Einzelhandel sei die reale Arbeitszeit nicht selten einige Stunden länger und werde oftmals, in Ermangelung von Kollektivverträgen, nur einfach vergütet.

Um das Gewirr zwischen Lohnarbeit und Daheim zu beruhigen, sollte nach Ansicht der JIF der Väterurlaub durch einen Geburtsurlaub ersetzt werden, welcher dann drei Monate gelten soll. Auch müsse der Mindestlohn nennenswert erhöht und nicht immer nur nachträglich an die Teuerung angepaßt werden.

Eine andere Sorge der Organisatorinnen ist der Mangel an Wohnraum und das Recht auf Wohnen, welches in Luxemburg dringend in die Verfassung gehöre. Insbesondere alleinerziehende Frauen oder Menschen anderer Hautfarbe würden häufig diskriminiert. Mütter müßten nicht selten bei der Angabe der Anzahl ihrer Kinder lügen, um überhaupt eine Chance im Kampf um eine bezahlbare Wohnung zu bekommen. Man wolle im Anschluß an die diesjährige Veranstaltung auch alle Parteien an einen Tisch bringen, um deren jeweilige Vorstellungen zu den genannten Themen zu erfahren und zu analysieren.

Der »Frauenstreik« am 8. März soll sich, in kleinen Gruppen mit Abstand und frischen Masken, gegen 17 Uhr vom Bahnhofsvorplatz in Richtung »Plëss« (Place d’Armes) in Bewegung setzen.

CK

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Der Kampf um Gleichstellung geht weiter