Wirtschaft & Gewerkschaft 

Wiedereröffnungen im Handel: Mitbestimmung wird vielfach ignoriert

Die Einbeziehung der Betriebsräte bei den Wiederöffnungen von Einzelhandelsgeschäften hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) angemahnt. „Die gesetzliche Mitbestimmung wird von Unternehmen vielfach ignoriert. Statt die Expertise der gewählten Beschäftigtenvertreterinnen und -vertreter einzuholen, müssen diese immer wieder zeitraubende Einigungsstellen bemühen, um die Interessen der Belegschaften in den Handelsunternehmen durchzusetzen“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. „So kann man nicht mit der Gesundheit der Beschäftigten umgehen. Wo keine Einsicht vorhanden ist, sind jetzt Kontrollen der Ordnungs- und Gesundheitsämter unerlässlich“, so die Gewerkschafterin.

Betriebsräte der Einzelhandelsunternehmen wüssten in den vielen Fällen nicht einmal, wie viele Covid-Erkrankte es im Betrieb gebe. Der Schutz der Beschäftigten müsse ganz oben stehen, wo er hingehöre. „Die Zutrittskontrollen sind in vielen Bereichen immer noch unzureichend, die Hygienewartungen der Klimaanlagen häufig intransparent, die Durchsetzung der Maskenpflicht halbherzig, bezahlte Pausen für die Maskenträger ein Streitpunkt. Notwendig ist deshalb die Mitbestimmung der Betriebsräte und sinnvoll ist ein täglicher Schnelltest der Beschäftigten. Auch über eine Testung der Kundschaft muss man reden, um ein Ausufern der dritten Welle zu verhindern“, sagte Nutzenberger.

Quelle: ver.di – Wiedereröffnungen im Handel: Mitbestimmung wird vielfach ignoriert – ver.di fordert Kontrollen und tägliche Schnelltests für Beschäftigte

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