Jeremy Corbyn, der frühere Vorsitzende der britischen Labour Party, hat sich am Samstag auf der XXVII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) in Berlin erstmals im deutschsprachigen Raum zum Fall Julian Assange geäußert. Der in Großbritannien inhaftierte Wikileaks-Gründer sei dafür bestraft worden, dass er US-Kriegsverbrechen im Irak aufgedeckt habe. »Whistleblower werden zum Schweigen gebracht, das ist die Botschaft«, kritisierte Corbyn.

Mehr als 19.000 Zuschauer verfolgten weltweit die von der Tageszeitung junge Welt ausgerichtete RLK, die pandemiebedingt als Onlineveranstaltung stattfinden musste. Die Konferenz stand unter dem Motto »Hände weg von Russland und China!« Jeremy Corbyn warnte: »Wir können uns heute keinen neuen kalten Krieg leisten. NATO-Truppen vor der russischen Grenze zu stationieren ist falsch.« Die Solidarität gegen Kriege wachse weltweit. Es gehe im neuen Jahr darum, »die Botschaft des Sozialismus und der Solidarität voranzubringen«.

Während der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema »Wie wir den nächsten Krieg verhindern« nahm u. a. Sören Pellmann teil, der bei den Bundestagswahlen für die Partei Die Linke ein Direktmandat in Leipzig gewinnen konnte. In Die Linke wird derzeit heftig über den antimilitaristischen Charakter der Partei gestritten. Einen ausführlichen Bericht über die Podiumsdiskussion können sie der Montagausgabe der jungen Welt entnehmen.

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