Die Doppelmoral der FIFA

Granma:

Die Welt ist einem intensiven Medienbeschuss ausgesetzt, in dem doppelte Standards die Informationsagenda bestimmen. Im Ukraine-Russland-Konflikt zum Beispiel üben die selbsternannten Verteidiger der Meinungsfreiheit Zensur aus und gehen dann noch so weit zu sagen, dass dies zum Wohle der Menschen sei. Facebook, Instagram und Telegram, Tochterunternehmen der viel gepriesenen Meta, haben Russia Today und Sputnik abgeschaltet.

Die FIFA hat Russland von allen Fußballwettbewerben, einschließlich der Weltmeisterschaft in Katar, ausgeschlossen, nicht weil es sich gegen die Belagerung durch die USA und die NATO verteidigt, die seinen geografischen Nachbarn als menschliches und politisches Schutzschild benutzen, sondern weil sie Russland als Eindringling betrachtet.

Aber warum hat sie der Ukraine, die seit 2014 in Lugansk und Donezk gnadenlos alte Menschen, Jugendliche und Kinder bombardiert und tötet, nicht die gleiche rote Karte gezeigt? Sie hat auch nichts gesagt, als Saudi-Arabien in den Jemen einmarschierte und sie missachtete den gerechten Anspruch Palästinas, als dessen Fußballspieler durch israelische Anfeindungen an der Ausreise aus palästinensischem Gebiet gehindert wurden. Israel wurde nie sanktioniert. Ganz zu schweigen von den Vereinigten Staaten, die seit 1776 in mehr als 60 Ländern militärisch interveniert haben, also schon quasi Invasoren von Berufs wegen sind. Allein im 21. Jahrhundert haben sie bereits die Zehnermarke überschritten.

Am vergangenen Sonntag weigerte sich Aykut Demir, Kapitän der türkischen Mannschaft Erzurumspor, ein Trikot zu tragen, auf dem ein Ende des Krieges in der Ukraine gefordert wurde, mit der Begründung, dass „dasselbe im Nahen Osten passiert, aber niemanden kümmert es”. Im Gespräch mit Football Anatolia erklärte er: „Im Nahen Osten sterben jeden Tag Tausende von Menschen. Das macht mich auch traurig. Diejenigen, die die Verfolgung dort ignorieren, verhalten sich ganz anders, wenn es um Europa geht. Ich habe das Trikot nicht getragen, weil es nicht für diese Länder gemacht war. Ich teile den Schmerz der unschuldigen Menschen”, sagte er.

„Was für eine schmutzige Politik. Wenn Israel Massaker an unserem Volk in Palästina verübt und Häuser bombardiert, sagen sie uns, wenn wir das kritisieren: >Vermischt nicht Politik mit Sport<“, sagte der Kommentator der Bein-Sports-Kette Khalil Al Balushi auf Twitter.

Übernommen von: Granma – Die Doppelmoral der FIFA