Übernommen von KPÖ:

Heute, am 12. Mai, ist internationaler Awareness-Day für ME/CFS, oft im Zusammenhang mit Post Covid-Erkrankungen bekannt. Schikanen durch die Pensionsversicherung, Ärzte ohne das nötige Fachwissen, Expert:innen werden in die politische Debatte kaum einbezogen: „Betroffenen von ME/CFS fehlt trotz jahrelanger Proteste die nötige Versorgung – die gefährliche Folge aus politischem Unwillen, Kürzungsdiktat und Ignoranz”, kritisiert Tobias Schweiger, KPÖ-Bundessprecher. Ein Großteil der Betroffenen ist nicht mehr arbeitsfähig, ein Viertel kann die Wohnung oder das Bett kaum oder gar nicht mehr verlassen. Insgesamt sind in Österreich 70.000 bis 80.000 Menschen von ME/CFS betroffen, so das Nationale Referenzzentrum für Postvirale Syndrome.
Dennoch bleiben viele Betroffene falsch diagnostiziert, schlecht therapiert, finden zu wenig Unterstützung und werden so in die Armut gedrängt. Betroffene sind bei Ansuchen um eine (vorläufige) Berufsunfähigkeits- oder Invaliditätspension fast flächendeckend mit Abweisungen konfrontiert. Sie werden mit den medizinischen Kosten von in der Regel mehreren Hundert Euro im Monat allein gelassen. Viele Betroffene rutschen in die Armut ab.
„Deshalb kämpfen wir als KPÖ für weitreichende Verbesserungen. Wir wollen ein Gesundheitssystem, in dem die bestmögliche Versorgung der höchste Maßstab ist”, so Schweiger abschließend.
Konkret fordert die KPÖ:
– Bundesweite Bedarfserhebung und Erstellung eines darauf abgestimmten Versorgungsplans für ME/CFS Betroffene,
– Verbesserung der Schulungen für Ärzt:innen, um Betroffenen schnellere und bessere Diagnosen zu ermöglichen,
– Verbesserung des Gutachter:innenwesens: Bei der Einschätzung der Erkrankung müssen Kriterien der aktuellen Forschung herangezogen werden, Vorbefunde von Spezialist:innen müssen mehr Gewichtung finden,
– Rascher Auf- und Ausbau von Beratungsstellen und Spezialambulanzen für die gezielte Versorgung der Betroffenen,
– Übergangslösungen bis zur regulären Inbetriebnahme der Kompetenzzentren und tatsächlich stattfindender Behandlung,
– Verbindliche Leitlinien bei der Versorgung sowie Kontrolle, dass diese in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden,
– Verbesserung der sozialen Absicherung: Anerkennung der Arbeitsunfähigkeit und finanzielle Unterstützung insbesondere für schwere Verläufe,
– Ausreichende Ausfinanzierung der Erforschung der Erkrankung.

