| DKP-Parteitag mit gewachsenem Selbstbewußtsein |
| Linke |
| Sonntag, den 24. Februar 2008 um 02:31 Uhr |
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„Damit ein Linksruck Wirklichkeit wird“, benötige dieses Land eine stärkere Kommunistische Partei, forderte der DKP-Vorsitzende Heinz Stehr in seiner Rede auf dem 18. Parteitag jener Partei, die in den vergangenen Tagen in den Mittelpunkt der Medienöffentlichkeit geraten war. Eifrig filmende Fernsehteams und ungewöhnlich viele angemeldete Journalisten zeigten, dass dieser Kongress in der DKP-Hochburg Mörfelden-Walldorf mit den vorangegangenen kaum zu vergleichen sein würde. Auch die Rekordzahl von 28 ausländischen Parteien, u.a. aus Ecuador, Panama, Schweden, Spanien, Italien, Tschechien, Kuba, Venezuela und anderen, sowie 18 fortschrittlichen Organisationen aus Deutschland zeigten das gewachsene Interesse an den deutschen Kommunisten.
Noch vor der offiziellen Konstituierung des Parteitages wandte sich die niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner an die Delegierten und Gäste des Parteitages, dankte für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen der letzten Tage und schilderte, wie sie selbst die massive antikommunistische Kampagne nach ihren angeblichen „Stasi“-Äußerungen erlebt hatte. Als ihr der „Linke“-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Gregor Gysi, in einem Interview vorgeworfen hatte, vom Verfassungsschutz gesteuert zu sein, habe sie entschieden, trotz gegenteiliger Forderungen ihr Landtagsmandat anzutreten und im Parlament im Sinne des Wahlprogramms der Partei „Die Linke“ zu wirken. Diese Entscheidung wurde von den Delegierten des Parteitages mit großem Beifall aufgenommen. Bereits am Vorabend des Parteitages hatten die ausländischen Gäste bei einer Internationalen Konferenz eine Erklärung verabschiedet, in der sie Wegner ihre Solidarität aussprechen: „In den meisten unserer Länder ist es normal, dass Kommunistinnen und Kommunisten in Parlamenten vertreten sind. Wir hoffen, dass dies auch in Deutschland normal wird.“ Noch nicht „normal“ ist in Deutschland jedenfalls, dass der Bürgermeister der gastgebenden Stadt die DKP herzlich in seiner Stadt begrüßt und ihnen insbesondere ans Herz legt, sich die Zeit zu nehmen, auch die Denkmale der Arbeiterbewegung in der Stadt zu besuchen. Stolz konnte das SPD-Mitglied berichten, dass es im hessischen Landtagswahlkampf in Mörfelden-Walldorf gelungen sei, einen NPD-Aufmarsch zu blockieren, so dass dieser abgebrochen werden musste. Die Kommunisten dankten ihm mit herzlichem Beifall. In den Diskussionen im Plenum berichteten Delegierte über ihre Erfahrungen in gewerkschaftlichen und betrieblichen Kämpfen, so während der Telekom-Streiks im vergangenen Jahr, bei Bayer oder bei Siemens. Einen bewegenden Höhepunkt gab es, als der angesehene Philosoph Hans-Heinz Holz an das Rednerpult trat, um einer persönlichen Erklärung anzukündigen, dass dies der letzte Parteitag sei, an dem er als Delegierter teilnehme. Er dankte den Genossinnen und Genossen für den jahrzehntelangen gemeinsam Kampf und kündigte an, sich auch weiterhin mit Artikeln und Aufsätzen an der Diskussion der deutschen Kommunisten zu beteiligen. Angesichts seines Alters von nunmehr 81 Jahren und seines angegriffenen Gesundheitszustandes sei es ihm aber nicht mehr möglich, wie bisher Hunderte von Veranstaltungen in Parteigliederungen durchzuführen. Die Delegierten und Gäste erhoben sich zu lang anhaltendem Beifall von den Stühlen, denn auch wenn manche Thesen Holz' in den vergangenen Jahren innerhalb der Partei umstritten waren, ist die Anerkennung für seine Leistung u.a. bei der Erarbeitung des neuen Parteiprogramms allgemein anerkannt. Am Abend fand in geschlossener Sitzung die Personaldiskussion und die Wahl des Vorsitzenden und der Stellvertreter statt. Während der bisherige Parteivorsitzende Heinz Stehr mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt wurde, soll das Ergebnis der Wahl für seine StellvertreterInnen morgen bekanntgegeben werden. Der Parteitag wird am Sonntag mit der Diskussion und Beschlußfassung über die Anträge abgeschlossen. Neuere Artikel:
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