Am Freitag, den 23. Juli, wurden die AIDA-Beschäftigten in Hamburg in einer 19-minütigen Videobotschaft von bevorstehenden Kündigungen unterrichtet. Von jetzt 69 Beschäftigten, die vor allem für die Entertainmentbereiche tätig sind, sollen am Ende noch 34 verbleiben. Seit Mai 2020 befinden sich die Beschäftigten in „Kurzarbeit Null“ und haben sich darauf verlassen, dass sie mit Wiederaufnahme der Kreuzfahrten wieder arbeiten können. Während die zum größten Kreuzfahrtunternehmen der Welt, der Carnival Corporation & plc, gehörende AIDA durch ihre seit längerem geplante Umstrukturierung den Beschäftigten jetzt kalt die Tür weist, sucht sie gleichzeitig intensiv nach neuem Personal. Die angekündigten Entlassungen sollen durch die Beauftragung von Fremdfirmen und Einschränkung der Entertainmentangebote kompensiert werden. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hinterfragt diese Unternehmensstrategie, kritisiert das Vorgehen des Unternehmens und fordert, dass so viele Arbeitsplätze wie möglich am Standort Hamburg zu guten Arbeitsbedingungen erhalten bleiben.

„Obwohl der Aufwind für die Kreuzfahrten in Deutschland wieder spürbar ist, werden die AIDA-Beschäftigten im Entertainment ausgebootet! Die beabsichtigte Kündigung von über 50 Prozent der im Hamburger AIDA-Teil Beschäftigten ist ein absoluter Tiefschlag. In den letzten Jahren hat AIDA viele Millionen Gewinne eingefahren, jetzt wird den Kolleg*innen mit Beschäftigungszeiten von bis zu drei Jahrzehnten wortlos der Stuhl vor die Tür gestellt. In diesen für die Unterhaltungsbranche insgesamt schwierigen Zeiten lässt dies unsoziale Gebaren, um des reinen Profits willen, jedes Maß vermissen“, so Natale Fontana, Landesfachbereichsleiter Verkehr bei ver.di Hamburg.

„Ob die Einschränkung des Entertainments den erwünschten Aufschwung bringt, muss bezweifelt werden, schließlich greifen sie damit in ihre erfolgreiche Kernkonzeption ein. Die Mitbestimmung ist in solchen Fällen leider unzureichend, schließlich können Unternehmensentscheidungen mit ihr so gut wie gar nicht beeinflusst werden. Aus unserer Sicht muss deshalb die Politik Stellung beziehen, schließlich hat sich Hamburg auch als Kreuzfahrtstandort etabliert. Wir erwarten eine eindeutige politische Unterstützung zur Sicherung der Arbeitsplätze und wir erwarten von dem Unternehmen, dass die Kolleg*innen, die lange bei AIDA beschäftigt sind, weiterhin dort ihrer Arbeit nachgehen können“, so Sieglinde Friess, stellvertretende Landesbezirksleiterin bei ver.di Hamburg.

 

Quelle: ver.di Hamburg – AIDA Hamburg – Tiefschlag gegen die Beschäftigten!