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Proteste der Schüler, Studierenden und Arbeiter in Frankreich halten an

Zeitung der Arbeit

Übernommen von Zeitung der Arbeit:

Die erneuten Mobilisierungen am Dienstag in zahlreichen Städten Frankreichs waren von massiver Beteiligung und großer Kampfbereitschaft geprägt. Seit drei Wochen dauern die Proteste gegen die Vernachlässigung und den fortschreitenden Verfall des öffentlichen Bildungswesens an.

Fast 500.000 Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrkräfte und Beschäftigte verschiedener Branchen gingen auf die Straße. Für Samstag, den 17. Oktober, wurden bereits weitere Aktionen angekündigt.

Die Solidarität mit den Schülern, die ihre Besetzungen an zahlreichen Gymnasien fortsetzten, kam auf vielfältige Weise zum Ausdruck, unter anderem durch ein Solidaritätskonzert in der Hafenstadt Le Havre.

Den anhaltenden Protesten begegnete der Staatsapparat mit massiver Polizeipräsenz und Repression. In Lyon wurde eine Demonstration mit laut Präfektur 11.000 Teilnehmern von den Sicherheitskräften aufgelöst. Dabei ging die Polizei gewaltsam gegen Gewerkschaftsmitglieder und sogar Eltern vor.

In Dieppe in der Normandie versammelten sich Demonstrierende vor einer Polizeistation, nachdem ein 17-jähriger Schüler festgenommen worden war, weil er eine Parole gegen die Repression gerufen hatte.

Auch die Studierenden beteiligten sich entschlossen an den Protesten. Nach Angaben der Studierendenvereinigung Union Étudiante de France fanden an mindestens 90 Prozent der Universitäten des Landes Sitzblockaden und weitere Aktionen gegen die gravierenden Missstände im Hochschulwesen statt.

In Brest beschlossen Studierende nach einer Generalversammlung die Besetzung der Hochschule für Bildende Künste. Sie organisierten Nachtwachen und kündigten weitere Veranstaltungen an, darunter Filmvorführungen über Polizeigewalt und Diskussionen über die Studierendenbewegung.

Für Samstag, den 17. Oktober, werden neue Demonstrationen vorbereitet. Die Gewerkschaften planen Berichten zufolge zudem Streikaktionen für den 5. November.

Die Berichte der Schüler über die Zustände an ihren Schulen zeichnen ein erschütterndes Bild. Sie verdeutlichen die verheerenden Folgen der Politik der Kommerzialisierung und chronischen Unterfinanzierung des öffentlichen Bildungswesens, die in Frankreich und anderen Ländern der EU vorangetrieben wird.

Gegenüber Le Monde schilderte ein Schüler die Zustände an seiner Schule: „Es gab Asbest, das Dach stürzte über den Schülern ein und manchmal hatten wir keine Heizung. Lehrer waren oft abwesend und wurden nicht ersetzt, und sie waren oft auch erschöpft.“

KKE und KNE beteiligen sich an den Demonstrationen

Auch die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) und die Kommunistische Jugend Griechenlands (KNE) beteiligten sich an der großen Demonstration von Schülern, Studierenden und Beschäftigten am Dienstag in Paris.

Mitglieder beider Organisationen verbreiteten eine Erklärung der KNE zu den Kämpfen der Schüler und Studierenden in Frankreich.

Der Demonstrationsblock von KKE und KNE stieß bei griechischen Migranten und französischen Demonstrierenden auf großes Interesse. Viele suchten das Gespräch, erwarben die Zeitungen „Rizospastis“ und „Odigitis“ und diskutierten über die Entwicklungen in Frankreich und international, die Verschärfung imperialistischer Rivalitäten und Kriege, deren Folgen für die Völker sowie den von der KKE vorgeschlagenen politischen Ausweg.

Auch die Union der Kommunistischen Jugend (UJC), die Jugendorganisation der Revolutionären Kommunistischen Partei Frankreichs (PCRF), erklärte ihre Solidarität mit den Protestierenden. In einer Stellungnahme rief sie dazu auf, die Kämpfe auszuweiten. Neben mehr Lehrkräften, höheren Bildungsausgaben und besseren Schulgebäuden fordert sie die Abschaffung selektiver Hochschulzugangsverfahren und unbezahlter Pflichtpraktika. Die UJC verurteilt die Polizeirepression und kritisiert die Politik der Macron-Regierungen, die auf Kriegswirtschaft und imperialistische Aufrüstung setzten, während das öffentliche Bildungswesen vernachlässigt werde. „Jugendliche aus der Arbeiterklasse und den Volksschichten, organisiert eure Wut! Alle in den Kampf! Unterstützt und verstärkt die Kämpfe der Schüler!“, heißt es abschließend in der Erklärung.

Quelle: 902.gr/In Defense of Communism

 

Quelle: Zeitung der Arbeit

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