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Zeichen gegen Hexenjagd - Linke-Vertreter kniffen | Drucken |  E-Mail
Linke
Donnerstag, den 21. Februar 2008 um 12:43 Uhr

Videoaufzeichnung der Veranstaltung: Hier klicken
Die Räumlichkeiten der Tageszeitung "junge Welt" platzten gestern Abend aus allen Nähten, als die Redaktion des linken Blattes zu einer Solidaritätsveranstaltung für die niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner eingeladen hatte. Als Referenten hatte die Zeitung führende Vertreter der Partei "Die Linke" gebeten, die sich in der Medien über das DKP-Mitglied Wegner geäußert hatten. Nicht ohne Ironie sollte der niedersächsische Landesvorsitzende Diether Dehm Lieder von Bert Brecht vortragen, die Europaabgeordnete Sahra Wagenknecht sollte über das Thema "Systemwechsel ist notwendig" referieren und der Vize-Chef der Linke-Bundestagsfraktion, Bodo Ramelow, war für das Thema "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden" gebeten. Kaum überraschend kniffen alle.



Nur Wagenknecht, die vor Jahren selbst Opfer einer antikommunistischen Kampagne war und damals ebenso wie heute Wegner von Gregor Gysi und anderen Führungspersönlichkeiten der Partei scharf angegriffen worden war, äußerte sich inhaltlich zu der Veranstaltung. Sie sei "schlicht nicht der Meinung (...), dass Linke in dieser Frage Solidaritätsadressen verabschieden sollten". Wegner habe die Darstellung in "Panorama" nicht richtiggestellt, kritisierte Wagenknecht.

Christel Wegner selbst hat in ihrem ersten Interview seit dem Lostreten der Kampagne Stellung zu solcher Kritik genommen: "Nach der dpa-Meldung über meinen angeblichen Ruf nach einer neuen 'Stasi' wurde mir von Vertretern der Partei Die Linke geraten, mich bis zur Hamburger Bürgerschaftswahl nicht mehr öffentlich zu äußern. Daran konnte ich mich aber nicht mehr halten, als ich in der Öffentlichkeit so zerrissen wurde und Politiker der Linken noch nachgetreten haben – allen voran Gregor Gysi mit der Theorie, ich sei vom Verfassungsschutz gesteuert," sagte sie der "jungen Welt".

Nach den Absagen der ersten drei ReferentInnen lud die "junge Welt" dann den neuen niedersächsischen Linke-Fraktionschef Manfred Sohn, den Bundestagsabgeordneten Ulrich Maurer sowie Arne Brix von der Linksjugend.'solid. Lediglich Sohn antwortete überhaupt auf diese Einladungen und bot an, nach Konstituierung des neuen Landtags zu einer Veranstaltung zur Verfügung zu stehen. Die "junge Welt" kündigte an, dieses Angebot Sohns anzunehmen und entsprechend eine Folgeveranstaltung zu organisieren.

Da die Redaktion nun von allen Referenten verlassen war, übernahmen Verlagschef Dietmar Koschmieder und junge Welt-Chefredakteur Arnold Schölzel die inhaltliche Gestaltung des Abends. Schölzel analysierte detailliert die Manipulationen im "Panorama"-Bericht und wies darauf hin, dass praktisch alle Begriffe wie "Stasi" oder "Mauer" in der Sendung nicht von Wegner gesagt wurden, sondern aus den Kommentaren der Macher der Sendung stammen.

In der anschließenden Diskussion stimmten die Anwesenden, unter ihnen zahlreiche Mitglieder der Partei "Die Linke", in ihrer Ablehnung der Hetzkampagne gegen Christel Wegner und ihren Ausschluß aus der Landtagsfraktion überein. Es wurde eine "Berliner Erklärung" gegen die Hexenjagd verabschiedet, die am morgigen Freitag in der "jungen Welt" erscheinen soll und unter die Unterschriften gesammelt werden sollen.

RedGlobe hat die Referate auf der Veranstaltung auf Video aufgezeichnet und ohne inhaltliche Kürzungen ins Netz gestellt. Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, erneute Medienmanipulationen durch die anwesenden Vertreter der ARD und bürgerlicher Zeitungen zu erschweren. Zum Video: Hier klicken

Interview mit Christel Wegner bei der "jungen Welt": Hier klicken  

 

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