Berlin 

Historischer Tarifkonflikt ist vorbei

97,3 % der ver.di-Mitglieder stimmen für Schlichtungsergebnis bei der CFM

Am 26. Februar 2021 hatte die Schlichtungskommission das durch die Vermittlung des Vorsitzenden Matthias Platzeck zustande gekommene Tarifergebnis angenommen. Damit endete eine zwei Jahre währende, in Teilen sehr heftige Tarifauseinandersetzung mit allein 85 Streiktagen im Jahr 2020. Die ver.di-Mitglieder bestätigten das Ergebnis jetzt per Briefwahl. 2.500 Beschäftigte verdienen nun deutlich mehr und profitieren von zusätzlichen Urlaubstagen.

Aufgrund der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses, bei der Charité Facility Management GmbH (CFM) endlich eine Tarifbindung auf Basis des TVöD herzustellen, hatte die konfliktbeladene Tarifrunde eine große politische Dimension. Diverse Kundgebungen, auch am Dienstsitz des Regierenden Bürgermeisters, begleiteten die konfliktbeladene Tarifrunde.

Daher hatte die aus ver.di-Vertreter*innen und CFM-Geschäftsführung bestehende Tarifkommission vor Ostern beschlossen, die Gewerkschaftsmitglieder in der CFM per Briefwahl zu ihrem Tarifergebnis zu befragen. Die Mehrheit ist sehr deutlich: 97,3 % der Befragten stimmten dafür, die ausgehandelten Tarifverträge jetzt abzuschließen.

„Erstmals nach annähernd zehn Jahren mit wiederholten, teils massiven und von Streiks begleiteten Auseinandersetzungen um die Tarifbindung gibt es nun rückwirkend zum 1. Januar 2021 Tarifverträge, mit denen sich die Charité Facility Management auf den Weg zum TVöD macht“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Marco Pavlik.

Die 3.000 Beschäftigten erledigen die nichtmedizinischen und nichtpflegerischen Dienstleistungen in der Charité – von der Abfallwirtschaft bis zur Zentralsterilisation. Statt einem Dschungel aus mehreren Vollzeit-Wochenarbeitszeiten – 38, 39, 40 oder 42 Stunden – gilt nun generell die 39 Stunden-Woche für alle. Der Urlaubsanspruch steigt von 26 auf 29 Tage, nach dem fünften Beschäftigungsjahr auf 30 Tage. „Auch, wenn wir noch ein deutliches Stück vom TVöD-Niveau entfernt sind, gibt es viele gute Regelungen in den Tarifverträgen, von denen die Kolleginnen und Kollegen vor Beginn dieser Tarifrunde nur träumten“, sagt Marco Pavlik.

Dazu gehört auch eine Entgelttabelle mit nach Beschäftigungsjahren gestaffelten Steigerungsstufen. Jetzt steigen die Entgelte automatisch nach zwei, sieben und zwölf Jahren kräftig an. Weil die bisherigen Beschäftigungsjahre bei der Eingruppierung voll anerkannt werden, erreichen sehr viele Kolleg*innen eine höhere Stufe und erhalten nun monatlich teils mehrere hundert Euro mehr als vorher.

„Positiv bewerten wir auch den Tarifvertrag über einen Gewerkschaftsfonds in Höhe von jährlich 100.000 Euro, um die Gewerkschaftsarbeit im Betrieb weiterzuentwickeln“, sagt Marco Pavlik abschließend. „Im Namen der Tarifkommission möchten ich mich abschließend sehr für das erfolgreiche Wirken des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck als Schlichter bedanken.“

Quelle: ver.di Berlin-Brandenburg – 97,3 % der ver.di-Mitglieder stimmen für Schlichtungsergebnis bei der CFM

 

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