Im Groß- und Außenhandel hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gestern die Beschäftigten von sechs Hamburger Betrieben zum Warnstreik aufgerufen. Bestreikt werden heute: Metro Deutschland Altona, Metro Deutschland Niendorf und Metro Deutschland Harburg, Carl Spaeter und Heinrich Schütt im Stahlhandel sowie Matthies Motorradteile am Hellgrundweg.

„Die Arbeitgeber lassen nicht den Willen erkennen, mit uns zu einer fairen Einigung zu kommen. Stattdessen halten sie die Beschäftigten des Handels seit über fünf Monaten hin. Mit den vorliegenden Angeboten sind wir noch immer meilenweit von einem Tarifabschluss entfernt. Die Beschäftigten sind stinksauer,“ erklärt ver.di Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. „Der Groß- und Außenhandel hat in der 1. Hälfte 2021 bereits das Umsatzniveau aus dem Vorkrisenjahr erreicht. Trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung und einer Preissteigerungsrate von aktuell 3,9 % bieten die Arbeitgeber bisher nur Reallohnverlust – und das, obwohl die Beschäftigten Herausragendes während der Corona – Pandemie geleistet haben und dies immer noch tun. Warum erhalten sie dafür weder Respekt noch Wertschätzung in Form einer fairen Bezahlung? Die Botschaft des Streiks ist klar: Das unwürdige Spielen auf Zeit muss ein Ende haben!“ fordert Lattekamp.

Bislang boten die Arbeitgeber folgende Tariferhöhungen an (Laufzeit: 24 Monate, 01.05.2021 bis 30.04.2023):

• Ab 1. März 2022 um 1,5%

• Ab 1. November 2022 um weitere 1,0%

Für wirtschaftlich starke Unternehmen und solche, die in Folge der Pandemie geschädigt wurden, sollen die Tariferhöhungen vier bis sechs Monate früher bzw. später gelten. Zudem zahlen wirtschaftlich starke Unternehmen im Juni 2021 eine nicht tabellenwirksame Einmalzahlung von 150 €.

Die Tarifforderungen von ver.di:

– Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 %, mindestens  jedoch um 155 Euro,

– Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 70 €,

– die neuen Tarifverträge sollen für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart werden

Außerdem fordert die Gewerkschaft von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, damit diese für alle Betriebe in der Branche gelten. Nur so lassen sich Tarifflucht und Dumpinglöhne verhindern.

Quelle: ver.di Hamburg – Warnstreik bei Metro und Co. – im Groß- und Außenhandel