Nach einer Demonstration gegen die von der Regierung angekündigten Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie haben in Rom Angehörige neofaschistischer Gruppen die Zentrale des Gewerkschaftsbundes CGIL angegriffen und teilweise zerstört. »Der Angriff auf das nationale CGIL-Hauptquartier ist ein Akt faschistischer Banden«, sagte CGIL-Generalsekretär Maurizio Landini. »Dies ist ein Angriff auf die Demokratie und die gesamte Arbeitswelt, den wir zurückweisen. Niemand ist bereit, unser Land in die zwanzig Jahre des Faschismus zurückzuführen.«

Für den morgigen Sonntag um 10 Uhr ruft die Gewerkschaft zu einer außerordentlichen Versammlung vor der CGIL-Zentrale auf, um dort über notwendige Reaktionen auf den Überfall zu entscheiden.

Nach Angaben des italienischen Rundfunks RAI wurde die Gruppe vom römischen Chef der Neonazi-Partei Forza Nuova, Giuliano Castellino, angeführt. Politiker nahezu aller anderen Parteien und Gewerkschaften verurteilten die Aggression. Luigi Sbarra, Generalsekretär des konkurrierenden Gewerkschaftsbundes CISL, erklärte, der Überfall auf die CGIL sein »ein faschistischer Angriff von Kadern, die Freiheit schreien und Gewalt anwenden. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Solidarität und Verbundenheit mit der CGIL und Landini.«

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi bekundete der Gewerkschaft »die volle Solidarität der Regierung«. Die Gewerkschaften seien ein wichtiger Hüter der Demokratie und der Arbeiterrechte. Jede Einschüchterung gegen sie sei inakzeptabel und müsse mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden.

Quellen: CGIL, RAI / RedGlobe