Am 3. Dezember war der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Der Weltgewerkschaftsbund (WGB) nahm dies zum Anlass, sich dem Thema in einer Erklärung zu widmen. Heute leben mehr als eine Milliarde Menschen, d. h. etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung, mit irgendeiner Form von Behinderung, 80 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.

In seiner Erklärung hält der WGB fest: „Wir alle können verstehen, wie schwierig das Leben für diese Menschen und ihre Familien ist, da sie in den meisten Fällen keine Arbeit finden oder in schweren Fällen nicht einmal für sich selbst sorgen können.“

Laut WGB sind in den Entwicklungsländern 80 bis 90 Prozent der Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter arbeitslos, während es in den Industrieländern zwischen 50 und 70 Prozent sind. Außerdem ist weltweit ein großer Prozentsatz dieser Menschen aufgrund eines Unfalls, einer Verletzung oder einer Krankheit bei der Arbeit behindert.

Weiter heißt es in der Erklärung, dass bei rund 240 Millionen Kindern mit Behinderung in der Welt ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nie eine Schule besucht haben, um 50 Prozent höher als bei Kindern ohne Behinderung.

Die COVID-19-Pandemie habe das Leben von Menschen mit besonderen Bedürfnissen weiter beeinträchtigt, und in mehreren Ländern sei eine hohe Zahl von COVID-19-Todesfällen unter Menschen mit Behinderung gemeldet worden. Ihre Behandlung sei in vielen Fällen abgebrochen oder verzögert.

„Die Vereinten Nationen behaupten, dass sie sich für die Rechte und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung einsetzen. Ihre Situation ist jedoch nach wie vor schwierig.“ Der WGB fordert alle Staaten und Regierungen auf, Maßnahmen zu setzen, um die Gesundheit und das Leben der am meisten gefährdeten Menschen zu schützen.

Der WGB hält weiter fest: „In dem vorherrschenden System der Ausbeutung sind all diese Punkte jedoch Kosten, die im Haushalt der Staaten keinen Platz finden. Im Gegenteil, die Idee der Eigenverantwortung der Behinderten und ihrer Familien für ihre Bedürfnisse wird systematisch gefördert, damit sich die Regierungen ihrer eigenen Verantwortung entledigen können. Und natürlich bleiben in solchen Gesellschaften Gleichgültigkeit und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderung bestehen und flammen sogar wieder auf. Der Weltgewerkschaftsbund ruft die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der ganzen Welt auf, unseren Kampf für den Schutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen zu verstärken.“

Quelle: WGB

Quelle: Zeitung der Arbeit – WGB zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen