Fahne der PKK. Von Herrn - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4658548In ihrem ersten Interview seit langem gegenüber einer deutschen Tageszeitung hat die höchste Vertreterin der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Bese Hozat, eine Verstärkung des Widerstandes der kurdischen Kämpfer gegen die türkische Regierungskräfte angekündigt: »Mit Beginn des Frühlings haben sich die Wege auch für uns geöffnet, die Voraussetzungen sind für die Guerilla günstiger geworden. Ab jetzt werden die Bedingungen noch besser. Also werden die Aktionen sowohl auf dem Land als auch in den Städten sowie in türkischen Metropolen zunehmen,« sagte sie der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »junge Welt« (Wochenendausgabe).

Die kurdische Politikerin betont in dem Gespräch die Notwendigkeit einer demokratischen Lösung der dem Krieg in der Türkei zugrundeliegenden Probleme. Dazu befürwortet sie ein Bündnis der prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP) mit der sozialdemokratisch orientierten Republikanischen Volkspartei (CHP) und anderen politischen Organisationen. »Es gibt keine andere Möglichkeit. Denn die AKP möchte mit ihrer Politik den Willen der gesamten Gesellschaft brechen. Jeder, der sich ihr ergibt, ist verloren.«

Mit Blick auf das Ausland kritisiert Bese Hozat das Vorgehen einiger Regierungen: »Dass Erdogan seinen Genozid an Kurden so ungehemmt betreiben kann, liegt unter anderem daran, dass er dabei von Europa, besonders von Deutschland, und den USA ermutigt wird.«