Der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist es gelungen, unter schwierigen Bedingungen einen erfolgreichen Tarifabschluss bei der GASAG-Gruppe zu erreichen. ver.di hatte zum Jahresende 2019 fünf Vergütungstarifverträge für Tochterunternehmen der GASAG gekündigt. Eine weitere Tarifvertragskündigung bei der GASAG AG erfolgte zum 30.06.2020. Mitte März hätten die regulären Tarifverhandlungen für die GASAG Tochter Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, NBB begonnen. Durch die Corona-Krise wurde aber die bisherige Verhandlungsplanung hinfällig. Sicherheit für die Beschäftigten der GASAG ist aber gerade jetzt in der Krise wichtig, da bei der GASAG Bereiche der systemrelevanten Infrastruktur liegen. Die Beschäftigten hier haben eine hohe Verantwortung für die Grundversorgung der Allgemeinheit. Deshalb wurde ver.di initiativ und hat dem Vorstand der GASAG Gruppe Verhandlungen in einem alternativen Format via Telefonkonferenz angeboten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ver.di-Verhandlungsführer Sven-Olaf Günther erläutert: „Die Einigung sieht eine Erhöhung von 2,2 Prozent für die gekündigten Vergütungstarifverträge vor, Auszubildende erhalten eine monatliche Erhöhung von 50 Euro brutto.“ Die Laufzeit der Tarifverträge sei mit einer Zeit vom 01.01.2020 bis 31.12.2020, für die GASAG AG sogar nur vom 01.07.2020 bis 31.12.2020, verhältnismäßig kurz, bewertet der Gewerkschafter positiv, „Die aktuelle Lage ist dynamisch und deshalb ist es gut, wenn wir schon Ende dieses Jahres im Interesse der GASAG-Beschäftigten darauf reagieren können. Bei den kommenden Verhandlungen Anfang 2021 werden dazu alle GASAG-Betriebe gleichzeitig in die Verhandlungen eintreten. ver.di wird diese gemeinsame Stärke nutzen, um Druck zu machen.“ Gerade vor dem Hintergrund der seit einiger Zeit laufenden Umstrukturierungen im Konzern sei es wichtig, gemeinsam auch auf die Harmonisierung von Entgeltstrukturen hinzuarbeiten, was mit der Gestaltung eines Konzerntarifvertrages erreicht werden könne. Noch würden die Beschäftigten in den Betrieben der GASAG Gruppe unterschiedlich bezahlt. Dies könne kein Zustand auf längere Dauer sein, so der Gewerkschafter weiter.

ver.di begrüßt des Weiteren ausdrücklich die Zusage des Vorstandsvorsitzenden der GASAG AG, Dr. Gerhard Holtmeier, für den Fall einer notwendig werdenden Kurzarbeit die Zahlung des Kurzarbeitergeldes aufzustocken. Außerdem sei eine Prämie für systemrelevante Tätigkeiten geplant, wie sie die Bundespolitik aktuell diskutiere. „Wir haben die Zusage, dass auch die Beschäftigten der GASAG eine solche Prämie erhalten, nachdem die Vorgaben der Politik geklärt sind“, so Sven-Olaf Günther. Die ver.di Tarifkommission habe dem Verhandlungsergebnis zugestimmt, die abschließende Entscheidung des GASAG-Vorstandes werde an Gründonnerstag erwartet.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg