ver.di fordert Krisen-Sofortprogramm für Studierende und Beschäftigte an Hochschulen

Zu diesem sehr besonderen Vorlesungsbeginn am Montag fordert ver.di auch in Baden-Württemberg ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm für Studierende und Beschäftigte an Wissenschaftseinrichtungen. Besonders hart sind dort die Studierenden und die massenhaft prekär Beschäftigten von der Krise betroffen. Für sie gibt es kein soziales Netz. ver.di Baden-Württemberg fordert deshalb das Land, Wissenschaftseinrichtungen und Drittmittelgeber zum entschlossenen und unverzüglichen Handeln auf und hat gestern Ministerin Theresia Bauer dazu angeschrieben.

Die befristet Beschäftigten und Lehrbeauftragten stehen vor einer für sie selbst völlig unklaren Situation, gleichzeitig sollen sie in einem Kraftakt Online-Angebote aus dem Boden stampfen, um das kommende Semester zu retten. Eine erste Hilfe wäre die sofortige Verlängerung von allen Verträgen um sechs Monate.

„Für die weit über 300.000 Studierenden im Land steht nicht nur das Semester auf dem Spiel, sondern das gesamte Studium. Sie sind darauf angewiesen, neben dem Studium zu arbeiten. Da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, sind sie die ersten, die in der Krise ihre Arbeit verlieren und haben aber auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld“, so Annelie Schwaderer, zuständige Fachbereichsleiterin für Bildung, Wissenschaft und Forschung bei ver.di Baden-Württemberg: „Dazu kommt, dass sie ALG II nur erhalten können, wenn sie ihr Studium unterbrechen oder gar abbrechen. ver.di fordert deshalb schnellstmöglich eine deutliche Öffnung des BAföG sowie einen zusätzlichen Notlagenfonds für Studierende.“

Weitere Forderungen des Sofortprogramms beziehen sich auf die Verlängerung von Stipendien, die Nichtanrechnung des Sommersemesters auf Regelstudienzeit und BAföG-Förderdauer, großzügige Fristverlängerungen bei Prüfungen und Bewerbungen, die deutliche Aufstockung des Kurzarbeitsgelds, die Abfederung besonderer Notlagen ausländischer Studierender und die Sicherung der Studierendenwerke.

Martin Gross, Landesbezirksleiter ver.di Baden-Württemberg fordert, dass das Land alles dafür macht, um die Studierenden, aber auch die prekär Beschäftigten in Hochschule und Forschung in der Krise abzusichern: „Dies ist nicht nur die Abfederung einer Notlage, sondern auch eine Investition in die Zukunft. Wir brauchen zur Krisenbewältigung gut ausgebildete Menschen und arbeitsfähige Einrichtungen der Wissenschaft und Forschung. Nur so können wir die sozialen und ökonomischen Folgen für alle gut abfedern.“

Kurz- und Langfassung des ver.di-Sofortprogramms sind abrufbar unter:
https://www.verdi.de/presse/downloads/pressemappen/++co++b4fe1c1e-77e0-11ea-8abd-525400940f89

Quelle:

ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg

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