Die Ostdeutschen haben nach Ansicht der Ökonomin Christa Luft für die Wirtschafts- und Währungsunion vor 30 Jahren einen hohen Preis bezahlt. Neben dem Zugang zu größeren Konsummöglichkeiten folgten aus der Einführung der D-Mark in der DDR „Arbeitslosigkeit, Entwertung von Biografien, Enteignung vom Volkseigentum. Und ein Leben in einer Marktgesellschaft, in der auch Güter der Daseinsvorsorge kommerzialisiert wurden“, schreibt die DDR-Wirtschaftsministerin der Wendezeit in einem Beitrag für die Tageszeitung „neues deutschland“ (Mittwochausgabe).

Viele DDR-Bürger hätten damals geglaubt, das am DDR-Alltag Geschätzte würde erhalten bleiben, die begehrte Westwährung käme hinzu. Doch die Währungsunion und die Privatisierung des DDR-Volkseigentums seien als Junktim behandelt worden. Entsprechend sei die Treuhandanstalt zu einer Privatisierungsagentur für die ostdeutsche Wirtschaft umfunktioniert worden. Kritische Stimmen habe die herrschende Politik abgebügelt.

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Neues Deutschland via ots