Der Betriebsrat eines Konzerns, der in Bilbao Hafenarbeiter und insbesondere Leiharbeiter ausbeutet, hat sich mit einem Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Dem ging eine öffentliche Kampagne durch den Betrieb sowie Repressionen voran. Die Kolleginnen wurden bereits bevor sie in den Streik traten öffentlich als Gangster diffamiert. Es wurde behauptet, Leiharbeitern seien Extraschichten nachts und am Wochenende untersagt und dass die Kolleginnen und Kollegen ihre vermeintlichen „Privilegien“, auf Kosten ihrer TEA-Kolleginnen und Kollegen – der Stammbelegschaft – aufrechterhalten wollen. Teile und herrsche schien der Versuch. All diese Behauptungen strafte die Zeit jedoch Lügen, da die Kolleginnen und Kollegen, die als Leiharbeiter angestellt waren, in eben solchen Schichten eingesetzt wurden und es kein Geheimnis am Hafen ist, dass sie für die besonders risikoreichen Arbeiten eingesetzt werden.

Streik gegen Leiharbeit und für mehr Personal

Daraufhin haben sich die Kolleginnen und Kollegen – sowohl die Stammbelegschaft, als auch die Lehrarbeitskräfte – in den Streik begeben, um für mehr Personal und gegen Leiharbeit einzutreten. Zu diesem rief die Sektion no─ahora auf. Die Konzerne reagierten mit Repressalien gegen die schwächsten unter den Streikenden und entließen de facto 100 Kolleginnen und Kollegen, da diese Leiharbeitskräfte trotz Personalmangel nicht mehr am Hafen eingesetzt werden, nachdem dies Jahre zuvor gängig war.

In dem Statement des Betriebsrats heißt es, es handele sich um Hafenarbeiter „die in den letzten 12 Jahren für diese Unternehmen gearbeitet haben, und zwar in einer Größenordnung von durchschnittlich 130 Schichten pro Jahr. Arbeiter, die während dieses gesamten Zeitraums die Hauptarbeitskräfte für die anstrengendsten und gefährlichsten Aufgaben waren. Arbeiter, die erst an dem Tag eingestellt wurden, an dem die Arbeitsbelastung die Kapazität der festen Belegschaft von Bilboestiba überstieg, und die am selben Tag wieder entlassen wurden. Arbeiter, die miterlebt haben, wie im Laufe der Jahre die Zahl der Festangestellten reduziert wurde, während ihre Tätigkeit in den letzten zwei Jahren auf 170 Tage in jedem der beiden Jahre gestiegen ist, anstatt dass unbefristete Verträge angeschlossen wurden, auf die sie lange gewartet haben und die in jedem halbwegs normalen Land das wären, was sie bereits hätten. Stattdessen sehen mehr Eventualitäten und Prekarität oder gar nichts zur Wahl.“

Die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen hielt trotz Repressionen gegen die Leiharbeitskräfte an und es bildete sich eine immer größere Schlange an Schiffen, die hätten abgeladen werden sollen. Die Forderung nach Abschaffung von Leiharbeit und einer Aufstockung des Personals bleibt aufrecht. Der Streik, der am 9. Oktober begann, wurde bis zum 9. November aufgrund ausbleibender Einigung verlängert.

Quelle: WFTU/PortSEurope

Quelle:

Zeitung der Arbeit