Am 24. und 25. April 2021 findet ein „hybrider“ Bundeskongress der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) als eine Mischung aus Online- und Präsenz-Veranstaltung im Volkshaus Sossenheim in Frankfurt am Main statt. Die Schwerpunkte für dieses Jahr sind die „Entwicklung der extremen Rechten“ und „VVN-BdA 2030“

Die Zeit seit dem letzten Bundeskongress im Jahr 2017 war turbulent und hat uns gesellschaftlich wie auch als Vereinigung vor neue Herausforderungen gestellt: Mit der AfD hat es eine in Teilen faschistische Partei geschafft, in den Bundestag einzuziehen und bis heute auch in allen Landtagsparlamenten vertreten zu sein, rechte Bewegungen scheinen Aufwind zu haben und wir sehen uns einer gut vernetzten extremen Rechten gegenüber. Mit Halle und Hanau erschütterten 2019 und 2020 die größten rechtsextremen Terroranschläge seit dem Oktoberattentat 1980 Jahren von Rassismus betroffene Menschen und Antifaschist:innen im ganzen Bundesgebiet.

Regelmäßig werden rechte Netzwerke enttarnt, wie das „Hannibal“- oder „Nordkreuz“-Netzwerk, und die Frage bleibt: Wie viele Nazi-Netzwerke arbeiten noch im Verborgenen? Die weltweite Corona-Krise stellt die Menschen seit 2020 vor große Herausforderungen und mit den Querdenker:innen ist eine große antisemitische und geschichtsrelativierende Bewegung entstanden, die nicht davor zurückscheut, mit Neonazis auf die Straße zu gehen.

Einer unserer Schwerpunkte auf dem Bundeskongress in diesem Jahr deshalb die  „Entwicklung der extremen Rechten“.  Dazu ist eine neue Ausstellung unserer Neofaschismuskommission in Arbeit, die zum Beginn des Bundestagswahlkampfs zur Verfügung stehen soll. Die Kommission wird auf dem Kongress mit einem Vortrag wesentliche Thesen der Ausstellung vorstellen und zur Diskussion stellen.

Auch ist unsere Vereinigung durch Mitgliedsbeitritte im Zusammenhang mit dem Entzug der Gemeinnützigkeit um ein Drittel gewachsen und uns erreichte eine Welle an Solidarität und Spenden. Einen Teilerfolg konnten wir schon verzeichnen – die Gemeinnützigkeit wurde uns ab 2019 wieder anerkannt! Der Mitgliederzuwachs hat unserer Vereinigung einigen Auftrieb gegeben und durch die neuen Mitglieder hat eine deutliche Verjüngung stattgefunden – die VVN-BdA steht vor einem Generationenwechsel.

Jetzt stellen sich die Fragen: wie soll die VVN-BdA in der Zukunft aussehen? Wie verändert sich Erinnerung in einer Gesellschaft ohne die Überlebenden und Zeitzeug:innen? Wie verändern sich die Arbeitsschwerpunkte der Vereinigung im Laufe der Zeit und mit den neuen Mitgliedern, die neue Themen, Ideen und Perspektiven mitbringen? In unserem zweiten Themenschwerpunkt des Kongresses, „VVN-BdA 2030“ werden wir diesen Fragen nachgehen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird der Bundeskongress 2021 „hybrid“ stattfinden. Die Mehrzahl der knapp 300 Delegierten und Gast-Delegierten wird per Zoom teilnehmen und abstimmen. Eine kleine Gruppe von Präsenzteilnehmer:innen – der Vorstand und die für den Ablauf der Konferenz notwendigen Kommissionen und Arbeitsgruppen – wird im Volkshaus Sossenheim in Frankfurt am Main (natürlich unter den bestehenden Hygiene-Verordnungen) zusammenkommen.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch mit den Delegierten und verbleiben mit dem Schwur von Buchenwald als Grundlage unserer Arbeit:

Quelle: VVN-BdA – Ankündigung: 7. Bundeskongress der VVN-BdA vom 24.-25. April 2021 unter dem Motto: „Antifaschismus – Zukunftsentwurf für eine solidarische Gesellschaft“.