Dieser Tag vor 20 Jahren ist allen, die ihn bewußt erlebt haben, deutlich im Gedächtnis geblieben. Flugzeuge krachen in die Zwillings-Türme des World Trade Center in New York, Kameras halten jeden Moment des Einstürzens der Symbole der kapitalistischen Weltwirtschaft fest. Die Verzweiflung der dort eingeschlossenen Menschen, der Heldenmut der Feuerwehrleute, die Staubwolken über Manhattan – all das ist als Film und Bild konserviert. Nicht dokumentiert ist, was tatsächlich mit dem dritten Flugzeug geschah, das bei Washington das Pentagon getroffen haben soll, ebenso wenig der Einsturz von Turm 7, der zwar nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, aber ebenso einstürzte wie seine größeren Brüder.

Bis heute ist nicht aufgedeckt, wer tatsächlich hinter dem Ereignis steckte, das als »9/11« in die Geschichte einging. Die offensichtliche Spur nach Saudi-Arabien wurde unverzüglich verwischt, die Frage, wie es den Attentätern gelingen konnte, die Flugzeuge zu entführen, ist ebenso ungeklärt.

Sehr schnell verwiesen die Anführer der USA dann auf Osama bin Laden, dessen Urheberschaft jedoch nie nachgewiesen wurde, denn ein späterer USA-Präsident und Friedensnobelpreisträger zog es vor, ihn von einem Killerkommando töten zu lassen, statt ihn vor Gericht befragen zu können.

Noch unklarer ist, welche Rolle die Taliban in Afghanistan dabei gespielt haben sollen, schließlich waren die ja einige Jahre zuvor von den USA auserkoren, ausgerüstet und finanziert worden, soziale Fortschritte der Saur-Revolution zunichte zu machen und die Sowjetische Armee aus dem Land zu treiben.

Ganz gleich, wer »9/11« tatsächlich geplant und zu verantworten hat, die Anschläge paßten ins Konzept der USA-Führung, im eigenen Land und in der Welt etwas intensiver für eine Ordnung à la Washington zu sorgen. Das bekam denn rasch den Namen »Kampf gegen den Terror« und hat der Welt nach 20 Jahren Krieg in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Libyen, Somalia, Jemen, Mali… Hunderttausende Tote, Zerstörungen, grassierende Armut und ein sprunghaftes Ansteigen der Fluchtursachen beschert, dazu eine Reihe gescheiterter Staaten und letztlich eine deutliche Zunahme der Gefahr terroristischer Anschläge weltweit.

So verlogen die Begründung für die Überfälle auf Afghanistan und danach gegen den Irak waren auch die vorgeblichen Ziele für die Kriege der imperialistischen Weltmacht und ihrer Verbündeten. Weder wurde »der Terror« besiegt, noch wurden irgendwo in der Welt »Freiheit und Demokratie« eingeführt. Allerdings wurden im Namen von »Freiheit und Demokratie« zahlreiche Kriegsverbrechen begangen und grundlegende Menschenrechte verletzt.

Die Endlos-Wiederholungen über »9/11« in diesen Tagen überdecken – und das ist durchaus gewollt – einen anderen 11. September, den von 1973, als faschistische Militärs in Chile gegen den gewählten Präsidenten, den Sozialisten Salvador Allende, putschten und Tausende Kommunisten, Sozialisten und andere Antifaschisten im Stadion von Santiago und dann in Gefängnissen und Konzentrationslagern folterten und ermordeten. Damals kümmerten sich weder die USA noch die NATO-Länder um eine Evakuierung von Menschen, denen unter dem Pinochet-Regime Gefahr drohte.

Das ist durchaus folgerichtig, denn dieser von der CIA geleitete Putsch hatte den Export von »Freiheit und Demokratie« à la USA zum Ziel. Auch daran soll heute erinnert werden!

Uli Brockmeyer

Die Endlos-Wiederholungen über »9/11« in diesen Tagen überdecken einen anderen 11. September, den von 1973, als faschistische Militärs in Chile gegen den gewählten Präsidenten, den Sozialisten Salvador Allende, putschten

Quelle: Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek – Der 11. September