Seit Wochen kommt es zu Protesten von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden in Swasiland. Am Freitag ging das Militär erneut brutal gegen die Protestierenden vor. Sie entführten drei junge Studenten aus ihrem Haus und warf sie daraufhin in ein Feuer aus Reifen auf der Straße.

Der Vorfall ereignete sich laut einer Aussendung der Kommunistischen Partei Swasilands in Mpaka, einer ländlichen Stadt im Osten Swasilands. Später wurden die verletzten Studenten in die nahe gelegene Klinik gebracht und behandelt. Zwei der Opfer des Militärs wurden über Nacht im Krankenhaus behandelt und konnten am Samstagmorgen wieder entlassen werden. Einer von ihnen, Bandile, muss jedoch weiter im Krankenhaus behandelt werden, da er schwerere Verletzungen erlitten hatte.

Falsche Beschuldigungen durch das Militär

In einem kurzen Videoclip, der von der Kommunistischen Partei Swasilands verifiziert wurde, schildert einer der Studenten den Albtraum bei Tageslicht: „Sie [die Soldaten] zerrten uns aus dem Haus und beschuldigten uns, Feuer auf der Straße gelegt zu haben, obwohl wir das nie getan haben. Dann rollten sie uns auf die Straße und fragten uns, warum wir Feuer auf der Straße gelegt hätten.“

Der Student bekräftigte, dass sie sich zum Zeitpunkt der Proteste nicht in der Nähe der Straße befanden und sich auch nicht am Verbrennen von Reifen auf der Straße beteiligt hätten.

„Wir haben uns nur im Haus entspannt und unsere Handys aufgeladen. Die Soldaten griffen uns zuerst mit Schlagstöcken an, traten uns auf den ganzen Körper, bevor sie uns dann ins Feuer warfen. Wir haben schwere Verbrennungen und Narben“, fügte er hinzu.

Erneute Schüsse auf Demonstranten

Zwei weitere Demonstranten, die am Freitag von der Polizei in Siphofaneni angeschossen wurden, hatten am Montag noch immer Kugeln in den unteren Gliedmaßen. Sie warten noch auf ihre Behandlung im Krankenhaus.

Mindestens 20 weitere Demonstranten im ganzen Land wurden seit Donnerstag von der Polizei und dem Militär entweder erschossen oder angegriffen, hierbei handelte es sich zumeist um Jugendliche.

Mehrere Tote

Am Dienstag, 12. Oktober, erschoss die Polizei einen Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs, der sich bei den Bildungsprotesten unter den Demonstranten befand. Berichten zufolge wurden während der Proteste in dieser Woche noch weitere Personen getötet. Auch Kinder wurden von der Gewalt der Polizei und des Militärs nicht verschont.

Menschen ins Feuer zu werfen, ist seit Juni die Vorgehensweise des Militärs, wir berichteten bereits ausführlich. In der Nacht zum Dienstag, dem 29. Juni, mussten Demonstranten in der Stadt Matsapha entsetzt dabei zusehen, wie Soldaten einige Menschen und Leichen in ein wütendes Feuer in der Nähe des Werks der Swaziland Beverages Company warfen. In der Folgezeit kam es zu weiteren Angriffen dieser Art.

Repression und Gewalt durch die Regierung stoppt den Protest nicht

Die Kommunistische Partei Swasiland berichtet in einer Aussendung davon, dass die Jugend und die Lernenden in Swasiland so ungeduldig geworden seien, dass sie nun von der revolutionären Bewegung mehr militante Aktionen fordern würden. Ihre Wut wurde laut der KPS durch die andauernden Beleidigungen des absoluten Monarchen noch verstärkt, der behauptet hatte, die Studenten und Jugendlichen, die die Demokratie fordern, seien nichts weiter als Säufer und stünden auf Marihuana.

Quelle: Solidnet

Quelle: Zeitung der Arbeit – Swasiland: Soldaten werfen Studenten ins Feuer