„nd.Der Tag“ zum Lehrermangel an Schulen

Was in der Schul­po­li­tik gera­de geschieht, ist bemer­kens­wert: Die Erzie­hungs­ge­werk­schaft GEW und Ver­bän­de wei­sen immer häu­fi­ger dar­auf hin, dass sich der Leh­rer­man­gel zuspitzt, und zwar in so dra­ma­ti­scher Wei­se, dass Grund­fes­ten des Unter­richts zu wan­ken begin­nen. Die Aus­fall­zei­ten waren schon vor den Feri­en gra­vie­rend, und die Situa­ti­on wird sich noch wei­ter ver­schär­fen. Die Über­las­tung der Päd­ago­gen wird deut­lich, wenn in einer Umfra­ge der Robert-Bosch-Stif­tung mehr als jede zehn­te Lehr­kraft den Wunsch äußert, die wöchent­li­che Stun­den­zahl zu redu­zie­ren, weil der Stress zu groß ist. Ver­schärft wird der Eng­pass noch durch die vie­len Kin­der und Jugend­li­chen aus der Ukrai­ne, die jetzt an die Schu­len kom­men. Auch sie müs­sen unter­rich­tet werden.

Rund 40 000 Lehr­kräf­te feh­len der­zeit bun­des­weit. Zwar haben die Län­der die Aus­bil­dung an den Hoch­schu­len aus­ge­wei­tet und zudem Pro­gram­me für Quer­ein­stei­ger ein­ge­führt. Aber es reicht nicht. In Ham­burg etwa müss­te jeder zehn­te Abitu­ri­ent sich dazu ent­schei­den, Lehr­kraft zu wer­den, um den Man­gel an den Schu­len zu behe­ben. Das wird so schnell nicht passieren.

Es gibt Kin­der, die mehr unter regel­mä­ßi­gem Unter­richts­aus­fall oder grö­ße­ren Klas­sen lei­den als ande­re. Vor allem jene, die zu Hau­se wenig Unter­stüt­zung erfah­ren, trifft es beson­ders. Wie­der ein­mal. Dies ist ohne­hin das gro­ße Pro­blem im deut­schen Bil­dungs­sys­tem: Vie­le Kin­der und Jugend­li­che bekom­men nicht die För­de­rung, die sie eigent­lich bräuch­ten – und haben in ihrem wei­te­ren Leben nur ein­ge­schränk­te Mög­lich­kei­ten. Des­halb ist es so wich­tig, dem Lehr­kräf­te­man­gel mit allen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln zu begegnen.

Quelle: nd.Der Tag / nd.Die Woche via Presseportal