Berlin Nazifrei wertet Massenprotest gegen Rechts als Erfolg

Tausende gegen den rechten Aufmarsch. Foto: Carmela NegreteIn Berlin haben am heutigen Samstag rund 12.000 Menschen für ein solidarisches Berlin und gegen eine Zusammenrottung rechter und rassistischer Gruppierungen demonstriert. Die Proteste wurden organisiert von »Berlin Nazifrei«, einem Bündnis aus antifaschistischen und antirassistischen Gruppen, Parteien und Gewerkschaften. Das Bündnis verbucht die Proteste als Erfolg, obwohl die Rechten nicht gestoppt werden konnten. »Tausende Berliner zeigen heute, dass sie es nicht hinnehmen, wenn menschenverachtende, rassistische und neonazistische Gruppierungen das Demonstrationsrecht ausnutzen wollen, um gegen Geflüchtete und Migranten zu hetzen«, erklärte der Sprecher des Bündnisses, Steffen Schmidt. »Wir werden uns den Rechten immer wieder und überall in den Weg stellen. Wir wollen ein Berlin, in dem alle Menschen angstfrei leben können, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Aufenthaltsstatus. Für diese Gesellschaft werden wir weiter kämpfen« ergänzte Sprecherin Luna Bunke.

Im Gegensatz zur rechten Demonstration am 12. März, bei der etwa 5000 Neonazis, Rassisten und »besorgte Bürger« durch Berlin zogen, gelang es diesmal nur, etwa 1000 von ihnen zu mobilisieren. Luna Bunke dazu: »Das lässt hoffen, dass auch zukünftige rechte Aufmärsche keine so hohe Zahl von Teilnehmenden verbuchen können, wie im März. Trotzdem bleiben wir wachsam und werden jedes Mal ein starkes Zeichen gegen Rechte und ihre menschenverachtende Propaganda setzen. Wir werden immer und überall mit allen Kräften gegen Rechte und Rassisten kämpfen. Die hohen Wahlerfolge der AfD sowie die Zahl rechter, rassistischer und antisemitischer Straftaten für das erste Quartal 2016 zeigen, dass diese Gesellschaft ein Problem hat und das dieses wächst.«

Die Berliner Polizei ging unter anderem vor dem Kanzleramt mit unverhältnismäßiger Schärfe gegen den antifaschistischen Protest vor. Steffen Schmidt verurteilt diese Übergriffe: »Der massive Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken ist durch nichts zu rechtfertigen. Wieder einmal zeigt sich, dass das Sicherheitskonzept von Innensenator Henkel darauf ausgelegt ist, antifaschistischen Protest gewaltsam zu unterbinden. In Zeiten von Asylrechtsverschärfungen, staatlichem Rassismus und rechter Gewalt sind Antifaschismus und Antirassismus notwendiger denn je. Dass die Polizei dies brutal verhindert, bestärkt uns nur noch weiter in unserem Kampf.«

Für den 30. Juli hat Veranstalter Stubbe die nächste rechte Demonstration angemeldet. »Berlin Nazifrei« wird erneut zu bunten und kreativen Gegenprotesten aufrufen und fordert alle solidarischen Menschen dazu auf, an diesen wieder teilzunehmen: »Keinen Fußbreit für Nazis und Rassisten, in Zukunft genauso wenig wie heute!«

Quelle: Berlin Nazifrei / RedGlobe

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