Am 2. Juni demonstrieren Berliner Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus den Regionalsozialpädagogischen Diensten (RSD) für eine verantwortungsvolle Personalpolitik und für gute Arbeit. Seit Jahren kämpfen Beschäftigte aus den Jugendämtern für bessere Bedingungen, für eine Mindest-Personalausstattung sowie für eine bessere Bezahlung. Die Situation hat sich nur teilweise verbessert und es ist festzustellen, dass die wichtigsten Forderungen nach deutlich mehr Personal und einer Fallzahlbegrenzung bislang nicht erfüllt worden sind. Laut Maßnahmeplanung der zuständigen Behörden sollte eine Personalbesetzung erreicht werden, die es ermöglicht, dass eine Fachkraft für 65 Fälle zuständig ist. Diese Fallzahlen sind nach Einschätzung von ver.di noch viel zu hoch. Aus Sicht der Gewerkschaft kann eine verantwortungsvolle und präventive Arbeit nur gewährleistet werden, wenn eine Fallobergrenze von 28 Fällen pro Fachkraft nicht überschritten wird. Würde die Maßnahmeplanung erfüllt, so könnte sich der Anteil von bisher 763 Vollzeitäquivalenten auf 856 für den RSD in ganz Berlin erhöhen.

Die Situation sieht in den Bezirken sehr unterschiedlich aus. In einigen Bezirken ist zudem der Krankenstand sehr hoch und Planstellen sind unbesetzt. Aufgrund der unverändert angespannten Situation verlassen qualifizierte Beschäftigte Berlin, weil sie im angrenzenden Bundesland bessere Arbeitsbedingungen vorfinden und besser bezahlt werden. Eine Berufsanfängerin/ ein Berufsanfänger in Berlin verdient 2.605,96 € brutto (TV-L), während eine Berufsanfängerin in Brandenburg mit 2.909,57€ brutto (TVöD) einsteigt. Noch größer ist die Schere bei Beschäftigten, die schon länger als 15 Jahre beschäftigt sind. Hier kann der Lohnunterschied bis zu 496 € betragen. Leider war es in Berlin bisher nicht möglich, eine kurzfristige, politische und unbürokratische Lösung für eine bessere Bezahlung zu finden und gemäß dem Niveau vom TVöD zu bezahlen. Deshalb ruft ver.di die Beschäftigten der RSDs auf, ihre aktuelle Situation öffentlich zu machen.

Veranstaltungsort: Am 2. Juni 2016 um 9:00 Uhr vor der Senatsverwaltung für Finanzen, Klosterstraße, Berlin-Mitte